Alle möglichen Berufsgruppen werden regelmäßig überprüft , nur Ärzte nicht. Wer mal mit einem Bier zuviel am Steuer erwischt wird, der ist seinen Führerschein los, doch bis ein Arzt seine Aprobation verliert, muss schon viel geschehen. Das will das britische Gesundheitsministerium jetzt ändern und zwar mit einem Kompetenzcheck für alle Mediziner. In Zukunft sollen alle Ärzte regelmäßig zum Mediziner-TÜV um ihre Tauglichkeit unter Beweis zu stellen.

Auch in Deutschland leiden die Patienten darunter, das Ärzte nicht dazu gezwungen werden sich regelmäßig fortzubilden. Wer seinen Doktortitel in der Tasche hat, der kann den Rest seines Lebens damit an Patienten „herumdoktorn“, ohne jemals wieder überprüft worden zu sein. Es gibt zwar seit vier Jahren eine Fotrtbildungspflicht für Ärzte, die jedoch inhaltlich keinerlei Vorgaben macht. Ein Augenarzt kann sich also im sportmedizinischen Bereich weiterbilden, auf seinem Fachgebiet aber nach dem Stand von vor 30 Jahren behandeln. Was das in einer Zeit bedeuet, wo der Fortschritt in Wissenschaft und Technik rasant ist, kann sich jeder vorstellen.

Hierzulande besteht allerdings seit einiger Zeit die Möglichkeit, sich online über die Erfahrungen auszutauschen, die man mit dem „Arzt seines Vertrauens“ gemacht hat. Im Imedo-Ärtzeverzeichnis können Ärzte und deren Behandlungsmethoden öffentlich bewertet und kommentiert werden. Kommen bei einem Arzt genügend solcher Bewertungen zusammen, dann vermitteln diese einen Eindruck über die Arbeitsweise und Qualifikation dessen, dem man seine Gesundheit anvertrauen möchte. Zur Zeit verfügt das Ärtzeverzeichnis schon über eine Vielzahl von Bewertungen und scheint noch rasant zu wachsen.

Das neue TÜV-System soll in Großbritannien jetzt all jene Ärzte herausfiltern, die immer wieder durch falsche Behandlungen auffallen. Von Patienten ausgefüllte Fragebögen, Beurteilungen durch Kollegen und Vorgesetzte und die Verschreibungspraxis von Medikamenten sollen dabei helfen, ein möglichst umfassendes Bild von der fachlichen Qualität eines Arztes zu entwerfen. Auch persönliche Probleme wie Alkohol- oder Drogensucht sollen nach den Wünschen des obersten Gesundheitsbeauftragten Sir Liam Donaldson in die Bewertung einfließen.

Solange in Deutschland keine einheitlichen Standards für die Aus- und Weiterbildung sowie eine Zertifizierung gibt, haben Patienten immerhin die Möglichkeit online Erfahrungen auszutauschen.

 

 

 

 

 

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