Auf Grund von Sparmaßnahmen wurden Verträge zwischen Pharmaindustrie und Krankenkassen zum Nachteil der Patienten abgeschlossen. So erhalten viele Patienten nicht mehr ihr ursprüngliches Medikament, sondern ein sog. Generikum, das zwar die gleichen Wirkstoffe in derselben Dosierung wie das früher verordnete Mittel enthält, sich aber in der Wirkung trotzdem vom Original unterscheiden kann. Außerdem kann die Auswechslung laut Professor Walter Haefeli von der Universität Heidelberg auch zu gesundheitlichen Problemen führen.

Die Ergebnisse einer Analyse verschiedener Austauschpräparate wurden jetzt in der Fachzeitschrift „DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift“ veröffentlicht. Demnach enthalten viele Arzneimittel zwar die gleichen Wirkstoffe, aber andere Hilfsstoffe als die Ursprungsmedikamente. Es wurden Inhaltsstoffe entdeckt, die Allergien auslösen können, ebenso Sulfite, die manche Menschen nicht vertragen. Auch Alkohol wurde bei einigen Präparaten entdeckt, was bei Alkoholiker zu Rückfällen führen kann

Außerdem sind die Austauschmedikamente meist anders teilbar als die Vorgänger. Fast jedes zehnte neue Mittel ließ sich nicht auf die gleiche Weise dosieren wie die zu ersetzenden Präparate. Wird die Tablette dennoch halbiert oder geviertelt, kann es zu Fehldosierungen kommen. Bei manchen Pillen geht die Wirkung verloren, wenn ihre Schutzschicht gegen die Magensäure beschädigt wird.

Auch die Deutsche Herzstiftung mahnt zur Vorsicht beim Griff zu ähnlichen Arzneimitteln. Kritisch sei vor allem der Wechsel von einem Austauschpräparat zu einem anderen. Die gesetzlich vorgeschriebene Überprüfung der Gleichwertigkeit eines Generikums bezieht sich nämlich nur auf das Originalpräparat. Abweichungen zwischen den Austauschmedikamenten untereinander werden dabei nicht berücksichtigt. Diese Abweichungen können aber zum Teil sehr groß sein und sind deshalb ebenfalls zu bedenken. Bei einem Wechsel des Präparates sollte sich der Patient deshalb bei seinem Arzt nach möglichen Folgen erkundigen. Der Apotheker, der die Medikamente austeilt, weiß nämlich meist nicht über die Krankengeschichte und auch nicht über das Vorliegen von bestimmten Allergien Bescheid.

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