Rund 5000 bis 6000 Mal im Jahr werden Patienten in Deutschland in eine zu schwache Narkose versetzt, so dass sie die eigene Operation bei vollem Bewusstsein miterleben, ohne sich aber bemerkbar machen zu können, da die Muskeln noch gelähmt sind. Natürlich wird diese Zahl von vielen Krankenhäusern und Ärzten damait verharmlost, dass es sich ja nur um etwa 0,1% der Fälle handeln würde, aber zu Recht sagt Eberhard Kochs, Direktor der Klinik für Anästhesiologie der Technischen Universität München, „Jeder davon Betroffene ist einer zu viel“,

Es klingt wie ein schlechter Witz, doch für einige Patienten ist es fürchterliche Realität geworden: Trotz Narkose werden sie während einer Operation plötzlich wach und erleiden bei jedem Schnitt Höllenqualen. Der Chirug bemerkt davon nichts, da sich der Patient nicht bemerkbar machen kann und ein Instrument zur Anzeige nicht zur Verfügung steht. Doch jetzt es gibt Abhilfe: EEG-Geräte können vor solchen Wachphasen warnen.

Roewer und seine Kollegen haben sich mit den von vielen Menschen gefürchteten intraoperativen Wachheitsphasen (englisch: Awareness) intensiv auseinander gesetzt. Anders als in der Anästhesiologie üblich, wenn während einer Operation hauptsächlich die Vitalfunktionen Atmung, Herzfrequenz und Blutdruck überwacht werden, messen die Würzburger Mediziner neuerdings routinemäßig zusätzlich die Hirnströme eines Patienten. „Prozessiertes EEG“ heißt die Technik und soll dem Anästhesisten helfen, potenzielle Wachheitsphasen besser zu erkennen. Bahnt sich eine solche an, kann die Narkose mit einer höheren Dosierung der Narkosemittel wieder vertieft werden.

Wer selber schon einmal von solch einem Fall betroffen war, der kann sich hier anmelden, um sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.

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