Laut einer aktuell veröffentlichen Studie zum Thema sexuelle Gewalt in Südafrika, berichten 40% der Schüler, wenigstens einmal in ihrem Leben vergewaltigt worden zu sein.

Niemand hatte wohl mit einem derartigen Ergebnis gerechnet, obwohl schon länger bekannt ist, dass in Südafrika neben der allgemeinen Kriminalitätsrate, auch der Anteil an Vergewaltigungen einmalig hoch ist.

Die 2002 begonnene Befragung an ca. 1200 südafrikanischen Schulen hat ergeben, dass nicht nur fast die Hälfte der Jugendlichen schon einmal sexueller Gewalt ausgesetzt waren, sondern sie gab auch Aufschluss zu den Tätern.

20% berichten, von Ihren Lehrern selbst vergewaltigt worden zu sein, während 28% angeben von Ihren Mitschülern zu sexuellen Handlungen gezwungen worden zu sein. Weitere 18% erlebten die Vergewaltigung innerhalb der Familie seitens eines Verwandten und 28% gaben an von einer außenstehenden Person, die nicht mit der Schule oder Familie zu tun hatte, vergewaltigt worden zu sein.

In Südafrika impliziert Vergewaltigung zusätzlich noch ein weit höheres Risiko, da aufgrund der hohen Aids-Rate die Ansteckung des Opfers, oder aber auch des Täters, wahrscheinlich ist.

Warum die Vergewaltigungen gerade in Südafrika ein so unglaubliches Ausmaß angenommen haben, hat unterschiedliche Gründe.

Zum einen lässt sich eine allgemeine Verrohung der Sitten feststellen, die sich in der exorbitanten Kriminalstatistik niederschlägt und die Südafrika, Austragungsort der Fußball WM 210, zu einem der unsichersten Orte der Welt macht, zum anderen gilt Vergewaltigung in gewissen gesellschaftlichen Kreisen kaum mehr als ein Kavaliersdelikt.

Erzwungener Sex mit männlichen Jugendlichen galt bis zu einer Gesetzesänderung im Jahr 2007 in Südafrika nicht als Vergewaltigung, sondern wurde höchstens als unzüchtiges Verhalten geahndet.

Beispielhaft für diese Einstellung ist auch der derzeitige ANC Präsident Jacob Zuma, der selbst wegen Vergewaltigung einer Anti-Aids Aktivistin angeklagt war. Unter dem Jubel seiner Anhänger wurde er freigesprochen, er hatte er nur ungeschützten Geschlechtsverkehr mit der selbst Aids kranken Frau zugegeben. Laut Ansicht Zumas sei dies aber unproblematisch, da er sich nach dem Geschlechtsakt gründlich geduscht habe.

Die Aktivistin behauptet bis heute, vergewaltigt worden zu sein.

Jacob Zuma gilt übrigens als der aussichtsreiche Kandidat für die Nachfolge des südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki.

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