Jede fünfte Pflanzenart weltweit kann als Heilpflanze genutzt werden. Diese Zahl nennt die „BioFrankfurt“, ein Zusammenschluss von zwölf Instituten des Forschungs-, Bildungs- und Naturschutzsektors. Von den mehr als 80 000 heilenden Farn- und Blütenpflanzarten sind allerdings über 15 000 Arten vom Aussterben bedroht. Eine zentrale Aufgabe der Weltgemeinschaft müsse daher die Erhaltung der biologischen Vielfalt sein.

Fast jeder von uns verwendet sie und dennoch führen sie ein Mauerblümchendasein im Natur- und Artenschutz und im öffentlichen Bewusstsein: die Heilpflanzen. In vielen Kräutern schlummern heilende Wirkungen, auch wenn die Pflanzen auf den ersten Blick recht unscheinbar aussehen können. Uns Menschen ziehen zwar besonders die schönen Blüten vieler Pflanzen in ihren Bann, aber die medizinisch wirksamen Substanzen sitzen je nach Art in ganz verschiedenen Teilen der Pflanze: mal in den Blättern oder im Spross, mal in den Wurzeln, in den Blüten und manchmal gar im Harz, der Rinde oder den Samen.

In Afrika sind Naturheilmittel für knapp 80 Prozent der Bevölkerung die einzige Art medizinischer Versorgung. Jede dritte Pflanze Burkina Fasos wird daher in der Medizin angewendet. In Deutschland soll jede fünfte wild wachsende Blütenpflanze medizinisch nutzbar sein. Johanniskraut, Baldrian, Schlüsselblume und Weißdorn gehören zu den am häufigsten verwendeten Gewächsen. Entsprechend verarbeitet soll ihre Einnahme eine beruhigende Wirkung haben und auch gegen Magen- und Kopfschmerzen helfen.

So wie keine Pflanzenart der anderen gleicht, so unterscheiden sich auch ihre Heilwirkungen. Viele unserer Vorfahren kannten sich noch bestens damit aus und konnten auf dem Klavier der Naturheilkunde behände spielen. Auch wenn in den Industriestaaten heute vielfach das Breitenwissen über Heilpflanzen verloren gegangen ist, so greifen auch wir gerne – und in den letzten Jahren in zunehmendem Umfang – auf Omas Heilkräuter zurück. Aber nicht nur auf die.

Ein beträchtlicher Teil der in der Medizin angewendeten Heilpflanzen wird importiert. Sei es, weil sie woanders noch in größeren Mengen vorkommen, oder weil es sich um nicht einheimische Pflanzenarten handelt. Das birgt Chancen und Risiken: der Eröffnung neuer Märkte und wertvoller lokaler Einkommensquellen für die ländliche Bevölkerung in manchen Ländern steht eine zunehmende Übernutzung und Gefährdung vieler Heilpflanzenarten

Wer sich für Naturheilkunde interessiert, der sollte unbedingt mal hier vorbei schauen.

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