Der Hantavirus, der bisher in Deutschland ohne Bedeutung gewesen ist, scheint sich im letzten Jahr stärker als zuvor ausgebreitet zu haben. Fieber, Gliederschmerzen, Übelkeit – erst sieht es aus wie eine gewöhnliche Grippe doch am Ende kann ein Nierenversagen bei Nichtbehandlung sogar tödlich sein.

Vor allem in Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen ist die Anzahl der Erkrankungen besonders hoch. Regionen wie die Schwäbische Alb, aber auch der Bayerische Wald, der Spessart oder die Gegend um Osnabrück waren lokale Herde. Übertragen werden die Hantaviren in Deutschland durch Rötel-, Brand- und Feldmäuse. Auch Wanderratten können die Erreger möglicherweise beherbergen. Die Erreger befinden sich in den Exkrementen und im Speichel der Nager und werden über den Wind in die Luft verteilt, wo Spaziergänger und Jogger sie einatmen. Zu den häufigsten Opfern der Viren zählen bislang Forst- und Bauarbeiter, weil sie häufiger die virushaltigen Ausscheidungen der Nager aufwirbeln. Gefährdet ist zudem, wer in der Nähe von Wald, Stadtwald oder Park lebt, wer dort Freizeitsport betreibt oder zeltet. Da das letzte Jahr durch den warmen Winter für die Wirte des Hantavirus besonders gut geignet war, hat sich dieser auch verstärkt ausgebreitet

Der in Deutschland beheimatete Stamm der Viren ist vergleichsweise harmlos, da bei Behandlung Schäden abgewendet werden können, doch in anderen Ländern sind weitaus gefährlichere Stämme bekannt, die theoretisch auch als Biowaffe geeignet wären. Die in Amerika grassierenden Hantatypen etwa greifen die Lunge an. Die Todesrate ist erschreckend hoch: Beim ersten Ausbruch 1993 starb in den USA mehr als die Hälfte der Erkrankten; bis heute sind den Mikroben dort mehr als 160 Menschen zum Opfer gefallen.

Bisher besteht kein Grund zur Besorgnis, doch wie auch beim Vogelgrippevirus ist das Risiko gegeben, dass Mutationen des Virus dem Menschen gefährlicher werden könnten als bisher.

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