Um das amerikanische Gesundheitswesen fit für den Wettbewerb zu machen, werden seit einiger Zeit Zahlen erhoben, die die Zahlungsbereitschaft von Patienten analysiert.

Patienten werden gefragt, wie viel Geld sie für eine hypothetische Heilung einer Erkrankung bezahlen würde. Wenn zum Beispiel bei einer immer wiederkehrenden und lästigen Nagelbettentzündung der Durchschnitt der Patienten bereit wäre 1000.- Dollar für eine endgültige Heilung zu bezahlen, so können die Gesundheitsökonomen diesen Wert mit anderen Angaben vergleichen und eine Empfehlung aussprechen, auf welche Gebiete sich die Forschung und Medizin konzentrieren sollte.

 

Je mehr eine Erkrankung das Leben eines Menschen beeinflusst, wie zum Beispiel Akne-Narben, die in der Pubertät zu starken Störungen im Selbstwertgefühl führen können, umso höher ist die Bereitschaft des Patienten dafür Geld auszugeben.

 

In Deutschland gibt es, bedingt durch die unterschiedlichen Versicherungssysteme, bisher noch keine Analysen dieser Art, auch wenn sicherlich für ein effektives Kostenmanagement im Rahmen der Zuzahlungen Ergebnisse dieser Art von Interesse währen. Man könnte anhand der Zahlungsbereitschaft gut sehen, welche Behandlungen von stärkerem Interesse sind und welche die Patienten vielleicht nur durchführen lassen, weil sie kostenlos sind. So würde sich sicherlich viel Geld sparen lassen, ohne das dabei die gefühlte Leistung zurück geht. Ich denke hier zum Beispiel an Bereiche der Rehabilitation, die vielleicht auch im Bereich der Familie abgedeckt werden könnten oder an unnötige Mehrfachbesuche, auf die Patienten problemlos verzichten könnten. Sicherlich hat die Gesundheitsreform einige dieser Dinge im Auge, aber das Problem ist, dass eben die gefühlte Leistung zurückgegangen ist. Die Menschen spüren die Zuzahlungen stärker im Portmonai als angenommen, da sich gleichzeitig die wirtschaftliche Situation verschlechtert hat.

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