Eigentlich bedeutet diese Redewendung ja, dass man nicht so genau hinschauen will, aber ist sie auch richtig? Von Schützen weiß man, dass sie zum anvisieren ihres Zieles ein Auge schließen, um mit dem verbleibenden Auge besser sehen zu können. Unsere Augen bilden ja zwei 2-dimensionale Bilder ab, die unser Gehirn zu einem 3-dimensionalen Bild zusammenfügt. Hierbei können natürlich Unschärfen und Störungen auftreten, die beim präzisen Erkennen eines 2-dimensionalen Objekts, und das sind Zielscheiben und Buchstaben ja, hinderlich sind. Wer am Bahnhof oder auf dem Flughafen weitentfernte Anzeigetafeln erkennen will oder wer das Kleingedruckte in Verträgen lesen muss, dem ist geholfen, wenn er ein Auge schließt. Viele Menschen reagieren aber meistens anders. Können sie ein entfernetes Objekt nicht richtig erkennen, so kneifen sie die Augen zusammen. Tatsächlich kann dies einen positiven Effekt haben, aber nur, wenn sie bereits Probleme mit den Augen haben. Wer eine Sehunschärfe hat, bei dem wird das eintreffende Licht nicht mehr genau auf der Netzhaut abgebildet, sondern kurz davor oder dahinter. Kneifen sie nun die Augen zusammen, dann kann es ein, dass sich der Punkt, auf dem sich das Licht bündelt wieder auf die Netzhaut fokussiert und sie besser sehen können. Wer so einen Effekt bei sich feststellt, der sollte unbedingt einen Augenarzt aufsuchen, denn bei einer frühzeitigen Behandlung lassen sich weitere Schäden vermeiden. Nicht behandelte Fehlsichtigkeit kann zu chronischen Kopfschmerzen, Konzentrationstärungen und weiteren körperlichen Beeinträchtigungen führen.

Die Redewendung wäre damit zum Teil widerlegt. Das Zudrücken eines Auges verhindert lediglich das 3-dimensionale Sehen, aber keinesfalls, dass uns wesentliche Details entgehen würden. Wer aber ein Auge zudrückt, der verringert sein Gesichtsfeld und kann auf der Seite des geschlossenen Auges schlechter oder gar nicht mehr erkennen, was dort passiert.

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