Das die kleine Tochter von Fanz Beckenbauer per Kaiserschnitt zur Welt kam, dass könnte man unserem „Kaiser Franz“ noch als gewollten Scherz durchgehen lassen, aber dass sich immer mehr Menschen dem Beispiel der Prominenten anschließen und ohne jede medizinische Indikation eine natürliche Geburt ablehnen, ist ein ungesunder Trend.

In Amerika ist die Anzahl der nicht notwendigen Kaiserschnitte in den letzen Jahren drastisch angestiegen, inzwischen wird jedes dritte Kind auf diese Art aus der Mutter „herausgeschnitten“. Auch in Deutschland stieg die Kaiserschnittrate um zehn Prozent von 18 Prozent im Jahr 1995 auf 28 Prozent im Jahr 2005. Sonntagskinder würden deshalb immer seltener, stellte eine Forschergruppe um Professor Alexander Lerchl von der Bremer Jacobs University kürzlich fest. „Die Kaiserschnitte werden benutzt, um die Wochenenden freizuhalten“, sagte Lerchl.

Die Nachteile einer Kaiserschnittgeburt wurden jetzt genauer untersucht und die Ergebnisse zeigen, dass diese Kinder ein erhöhtes Risiko für Diabetis-Erkrankungen haben. Nicht zuletzt werden Kinder durch die Möglichkeit des Kaiserschnitt auch häufiger schon zwischen der 34. und 37. Schwangerschaftwoche geboren und weisen dadurch Beeinträchtigen auf, die bis hin zu Hirnschäden reichen.

Die Ursachen für die gestiegende Anzahl von Kaiserschnitten sind vielfältiger Natur. Die bessere Planbarkeit der Geburt, das scheinbar geringere Risiko, die Angst vor einem Dammschnitt und die Hoffnung, nach der Geburt schneller wieder die alte Figur zu haben sind einige davon.

Es ist dringend notwendig, dass die Forschung sich mehr mit den Auswirkungen des Kaiserschnitts auf Mutter und Baby beschäftigt, denn nichts ist für uns Menschen so wichtig wie eine gesunde neue Generation zur Welt zu bringen.

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