Laut einer aktuellen Studie der WHO kommt zu Ergebnissen, die einem nicht ganz unbekannt vorkommen: Wer häufiger Lärmbelastung ausgesetzt ist, dem drohen nicht nur Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen und Schwerhörigkeit, sondern es droht sogar ein Herzanfall.

Wir sind überall einer permantenten Geräuschkulisse ausgesetzt. Ob es der Supermarkt ist, die Warteschleife am Telefon, der Straßenverkehr oder die Disco. Und der Lärm hat zugenommen, denn trotz aller Lärmschutzverordnungen kann nicht verhindert werden, dass immer mehr Autos, immer mehr Handys und immer mehr Flugzeuge unsere Ruhe stören.

Besonders Kinder sind die Leitragenden, denn ihnen ist nicht bewusst, dass ihnen das ständige Hören von Musik über Ohrhörer, das ständige Telefonieren und Fernsehen neben dem Alltagslärm die Konzentrationsfähigkeit nimmt. Eine schwedische Untersuchung ermittelte beispielsweise eine Verbesserung des Langzeitgedächtnisses von Schulkindern, die in der Einflugschneise des Münchner Flughafens Riem lebten, nachdem dieser geschlossen worden war. Eine Studie der British Medical Association belegte bei 11.000 Schulkindern, deren Elternhaus sich in der Nähe des Flughafens Heathrow befand, schlechtere Leistungen in Mathematik und Lesen. Es ist also offensichtlich, dass Eltern dazu aufgerufen sind, ihre Kinder aufzuklären und zu schützen.

Wie ich selber feststellen musste hat Lärm aber auch eine relative Komponente. Wer in einer Gesellschaft aufwächste, wo es immer etwas lauter zugeht, der kann den Lärm mit der Zeit ausblenden, so lange er gewisse Grenzwerte nicht übersteigt. Bei Erwachsenen kann man feststellen, dass der Ärger über den zu erduldenden Lärm weitaus schädlicher ist, als der Lärm selber. Wer sich ständig darüber aufregt, dass die Kinder des Nachbarn vor dem Küchenfenster spielen, der lebt ungesünder als jemand, der sich über den gleichen Lärm vielleicht sogar freut, da Kinder unserer Nachwuchs und unsere Zukunft sind. Ich war schon oft bei Personen zu Besuch, die sich über die laute Straße in der Nähe oder über Fluglärm aufgregt haben, den ich überhaupt nicht wahrgenommen habe.

Wer sich nicht sicher ist, ob der Lärm in seiner Umgebung für ihn schädlich ist, der kann sich bei seinem Hausarzt erkundigen und gemeinsam besprechen, ob es sinnvoll ist eine gewisse Geräuschkulisse um sich herum zu akzeptieren oder ob etwas unternommen werden sollte.

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