Minütlich bekommt ein neuer Patient in Deutschland die Diagnose Krebs gestellt und es werden immer mehr. Trotzdem bleibt die Anzahl der Todesfälle konstant, das heisst immer mehr Menschen können den Krebs besiegen. Die besseren Überlebenschancen bei vielen Krebsarten gehen zu großen Teilen auf Fortschritte in der Medizin und der Früherkennung zurück.

So erfreulich es ist, dass immer mehr Patienten auch nach der Diagnose Krebs noch eine normale Lebenserwartung haben, so unerfreulich und unverständlich ist es, dass die Anzahl der Krebserkrankungen ständig zunimmt. Die Zahlen stellen die Mediziner vor ein Rätsel: Warum steigt die Zahl der Krebsfälle in Deutschland – und warum bleibt die Zahl der Krebstoten im gleichen Zeitraum relativ stabil? Die Gründe sind vermutlich eine gestiegene Lebenserwartung und verbesserte Diagnosemöglichkeiten, so dass uns die Tendenz nicht beunruhigen sollte. Sehr unwahrscheinlich für eine Zunahme der Krebsfälle hingegen sind Umweltfaktoren und Lebensweise, denn verglichen mit den letzten Jahrzehnten, haben sich diese verbessert. Aber es ist nur eine Vermutung, denn auch wenn Nikotin- und Alkoholkonsum zurückgegangen sind, so darf man nicht übersehen, dass gleichzeitig eine ungesunde und fette Ernährung zugenommen hat. Immer mehr Deutsche haben Übergewicht und trotz der Fitnesswelle bewegen sich im Computerzeitalter viele Menschen kaum noch. Ausserdem ist für viele Leute Stress ein großer Risikofaktor geworden. Die Sorge um den Arbeitsplatz kann genauso zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen, wie eine Zunahme der Ehescheidungen, die Menschen in Lebenskrisen stürzen können. Ob wir heute also tatsächlich gesünder leben als die Wirtschaftwundergeneration oder die 68-er Generation, kann oberflächlich betrachtet kaum beantwortet werden, dazu müsste man genauere Untersuchungen durchführen. Aus eben diesem Grund finde ich es auch sehr bedenklich, dass vor allem und jedem gewarnt wird. Es gibt heute keinen Genuss mehr, vor dem nicht irgendein Fachmann warnt, weil es gesundheitsschädlich sein könnte. Wir sollten mit vorschnellen Urteilen vorsichtig sein, denn trotz aller Statistiken sind gewisse Zusammenhänge bis heute nicht eingehend untersucht und bewiesen worden. Mein Lieblingsbeispiel ist hier die Kombination aus Nikotin und Alkohol. Es gibt kaum einen Raucher, der nicht auch regelmäßig Alkohol trinkt, was für mich bedeutet, dass eine seriöse Beweisführung, dass Rauchen der Gesundheit schadet, kaum zu erbringen ist, da der Einfluss des Alkohols nicht abgegrenzt werden kann. Lassen wir uns also nicht verrückt machen und vertrauen mehr auf unseren gesunden Menschenverstand.

Wir leben in einer Zeit, wo der medizinische Fortschritt rasant ist und wenn vor 20 Jahren die Diagnose Krebs noch das sichere Todesurteil war, so bedeutet es heute keinerwegs mehr, dass sich unser Leben verkürzen muss. Selbst wenn Ärzte bei Krebsdiagnosen oft dunkle Wolken an den Horizont malen, darf man die Hoffnung nicht aufgeben. Es gab in meinem persönlichen Umfeld bereits mehrere Fälle, wo Ärzte den Patienten keine zwei Jahre mehr gegeben haben und die Menschen nach einem Jahr Therapie den Krebs besiegt hatten. Wer kämpft, der kann verlieren, wer nicht kämpft, der hat schon verloren. In diesem Sinne möchte ich jeden auffordern gegen den Krebs und für das Leben zu kämpfen. Auch dann, wenn es manchmal hoffnungslos erscheint und eine die Kraft verlässt.

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