Wer nicht selber davon betroffen ist, der hat wohl keine Vorstellung davon, wieviele Menschen durch Fehlbehandlungen ihre Gesundheit dauerhaft eingebüßt oder sogar ihr Leben verloren haben. Es gibt natürlich keine eindeutigen Statistiken darüber, doch es sind eindeutig zu viele. Für Betroffene und Angehörige ergibt sich zudem, dass die Gesetzeslage in Deutschland die Ärzte schützt, was vielfältige Auswirkungen hat. Versicherungen bezahlen nicht, Gerichte stellen Verfahren wegen Geringsfügigkeit ein, Ärzte decken sich gegenseitig, da selbst bei Falschaussagen eine Verurteilung wegen Meineids fast ausgeschlossen ist und was vielleicht die schlimmste Folge ist, die Angehörigen und Betroffenen finden keine Ruhe, da Schuldige nicht bestraft werden.

Es gibt im Internet zahllose Berichte von Betroffenen, die in erschütternder Weise deutlich machen, wie Abhängig wir von einer guten Behandlung durch einen guten Arzt sind. Da versterben junge Menschen an Nierenversagen, weil sie trotz Krankenhausaufenthalt nicht richtig behandelt werden, sie sterben, weil ihnen falsche Medikamente verabreicht werden, sie sterben, weil niemand für sie Zeit hat. Und hinterher wir gelogen und vertuscht, was das Zeug hält.

Um ehrlich zu sein, ich habe solche Mißstände in Deutschland nicht für möglich gehalten, doch leider ist es wahr, ich habe es in zwischen selber erlebt. Ich habe selber mit Schmerzen in der Nacht auf einer Notaufnahme verbracht und niemand hat sich gekümmert. Eine ganze Stunde lang nicht. Ich hätte wohl lieber zur nächsten Nachttankstelle als in Krankenhaus fahren sollen, denn da hätte der Tankwart mir wenigstens noch Trost spenden können.

Ich bin oft in der Welt unterwegs und so ist es auch immer wieder mal vorgekommen, dass ich im Ausland ärztliche Hilfe in Anspruchn nehmen musste. Zu Beginn war ich gerade in ärmeren Ländern sehr skeptisch, was die Qualität der Ärzte, Behandlungsinstrumente und Medikamente betrifft, denn ich war den hohen Standard aus Deutschland gewohnt. Ich habe immer gehofft, dass es mir im Ausland erspart bleibt eine OP überleben zu müssen, doch meine Einstellung hat sich auf Grund meiner Erfahungen geändert. Inzwischen würde ich es mir geradzu wünschen nicht in Deutschland zu sein, wenn es passieren sollte. Erstens haben zum Bespiel die osteuropäischen Nachbarn sehr aufgerüstet und die ärtzliche Ausbildung ist dort häufig besser als bei uns und zweitens haben sie eins noch nicht verlernt, nämlich die Menschlichkeit. In Deutschen Krankenhäusern und Arztpraxen sind sie kein Mensch mehr, sie sind ein Fall, eine Versicherungsnummer, sie sind einer von vielen, der kein Anrecht mehr auf persönliche Betreuung hat.

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