Wir lesen über Kinderarbeit und Kinderprostitution, aber nicht darüber, wie Menschen in armen Ländern als billige Versuchskaninchen für Medikamententests von westlichen Pharmaunternehmen missbraucht werden. China und Indien sind Spitzenreiter der teilweise sogar legalen aber unmenschlichen Tests. Sie sind dort billiger als Testreihen in westlichen Industrienationen, die Menschen dort erhalten bestenfalls ein Taschengeld, häufig aber wissen sie noch nicht einmal, dass sie an einem medizinischen Experiment teilnehmen.

Sterben Patienten an den Medikamenten, so gibt es keinen Anspruch auf Schmerzensgeld, keine Strafen, keine Nachforschungen, gar nichts. Das einzige was bleibt ist ein Eintrag in der Statistik des Medikamententest. Bei einer Bevölkerung von mehr als 1 Milliarde Menschen ist das einzelne Leben nichts wert. Dass auch indische Eltern trauern, wenn ihre Kinder sterben, das interessiert die Aktienkäufer in Frankfurt, Tokio und New York nicht.

In Indien ist ein Gesetzt in Vorbereitung, das Medikamententests in Krankenhäusern verbieten soll, doch selbst wenn es in Kraft treten sollte, ist sehr fraglich, ob es auch wirkt. Die Zusammenarbeit von Pharmaindustrie, Krankenhäusern und Ärzten ist eingespielt und die mörderischen Brüder werden sich nicht so schnell von ihrem gewinnbringenden Projekt abbringen lassen.

Man muss das Übel an der Wurzel bekämpfen und von Pharmaunternehmen einen ethischen Verhaltenskodex fordern, deren Einhaltung auf eigene Kosten zu beweisen ist. Ein Gütesiegel für Pharmahersteller und Forschung ist das Mindeste, was man von einer Branche erwarten kann, die jedes Jahr neue Rekordgewinne zu verzeichnen hat. Ich bin kein Gegner von Pharmaunternehmen, denn im wesentlichen tun sie Gutes, sie versorgen uns mit Medikamenten, die Leben retten oder Lebensqualität verbessern, doch befreit es sie nicht davon, in Zukunft noch mehr Verantwortung zu übernehmen.

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