Möglicherweise gibt es schon in wenigen Jahren eine Therapie gegen Alzheimer. In Tierversuchen hat ein deutsch-österreichisches Forscherteam einen Wirkstoff gefunden, der die typischen Ablagerungen in den Gehirnzellen fast vollständig verhindert.

„Wir sind überzeugt, dass sich mit unseren Erkenntnissen eine einzigartige Möglichkeit bietet, die Zerstörung von Nervenzellen und die Bildung von Ablagerungen zu stoppen oder zu verhindern“, erklärte Hans-Ulrich Demuth, Mitglied des Forscherteams der „Mitteldeutschen Zeitung“. Die Forscher sprechen von einem „neuen Paradigma“ in der Alzheimer-Behandlung. Man habe einen ursächlichen Mechanismus entdeckt, „der die Zerstörung und den Abbau von Nervenzellen im Hirn von Alzheimer-Patienten erklärt und damit eine einzigartige Möglichkeit bietet, die Zerstörung von Nervenzellen und die Bildung von Plaques zu stoppen oder von vornherein zu verhindern“, heißt es in einer Pressemitteilung des Pharma-Unternehmens Probiodrug, das an der Studie beteiligt war.

In den vergangenen Jahren gab es schon einige Fortschritte in der Behandlung von Alzheimer, doch auf einen echten Durchbruch mussten die Patienten bisher noch warten. Die Wahrscheinlichkeit, das eines Tages ein wirksames Medikament gefunden wird ist sehr groß, da die Krankheit sich sehr langsam entwickelt und daher gute Therapiechancen bestehen.

Derzeit haben etwa 1 Million Menschen in Deutschland Alzheimer, doch durch die steigende Anzahl an alten Menschen werden es in 20 Jahren bereits doppelt so viele sein. Ein riesiger Markt, den sich die Pharmaunternehmen sicher nicht entgehen lassen wollen. Das erhöht natürlich zusätzlich die Chancen, das eines Tages eine Heilung möglich ist – eine gute Nachricht für uns jüngere Menschen. Von erfolgreichen Tierversuchen bis zu einer Marktreife eines Medikamentes für den Menschen werden noch ein paar Jahre vergehen, doch die jetzige Entdeckung lässt hoffen, dass es vielleicht nur fünf bis sieben Jahre sein werden.

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