Mit 450.000 Neuerkrankungen im europäischen Raum und Asien ist die Tuberkulose zurückgekehrt. Die „weiße Pest“ schien schon besiegt, doch seit dem sich resistente Bakterienstämme entwickelt und verbreitet haben, stellt TBC wieder eine enrstzunehmende Bedrohung dar. Mit weltweit jährlich 2 Millionen Todesfällen und 9 Millionen Neuerkrankungen verursacht die Tuberkulose neben AIDS die meisten Opfer unter den Infektionskrankheiten.

Wissenschaftler des Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin haben nun einen alten Impfstoff gentechnisch so verändert, dass er wieder erfolgreich die körpereigene Immunabwehr zur Bekämpfung des Tuberkuloseerregers stimuliert. Nach Aussagen des Forschungsteams hat sich die neue Impfstoffkombination in Tierversuchen als äußerst wirksam gezeigt und kann nun in der nächsten Phase am Menschen eingesetzt werden. Da die Zulassung von Medikamenten jedoch an ein mehrstufiges Prüfverfahren gebunden ist, werden noch einige Jahre bis zur Marktreife vergehen.

Tuberkulose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die Übertragung erfolgt in der Regel durch Tröpfcheninfektion von erkrankten Menschen in der Umgebung. Sind Keime im Auswurf nachweisbar, spricht man von „offener“ Tuberkulose. Sind Keime in anderen Körpersekreten nachweisbar, spricht man von „potentiell offener“ Tuberkulose. Anfällig für eine Ansteckung mit Tuberkulose sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Besonders gefährdet sind starke Alkoholiker, bei denen der Erreger nach kurzer Zeit nicht nur die Lunge sondern auch Leber und andere Organe angreift. Früher wurde TBC auch als Schwindsucht bezeichnet. Die Symptome sind zu Beginn ähnlich wie bei einer Grippe, da es jedoch viele verschiedene Arten der Tuberkulose gibt, ist der Nachweis nur über einen Bluttest in Kombination mit weiteren Test möglich. In Deutschland sind zwar die Fälle mit tödlichem Verlauf gesunken, nicht aber die Anzahl der Infektionen. Reihenuntersuchungen wurden in den 80er Jahren trotzdem abgeschafft.

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