Eine der schmerzhaftestes Erkrankungen ist der Bandscheibenvorfall, der nach langer Leidesphase früher aufwändig operiert werden musste. Die meisten Bandscheibenvorfälle kann man zwar auch konservativ durch eine entsprechende Physiotherapie behandeln, da es jedoch neben Schmerzen und Taubheitsgefühlen auch zu Lähmungen kommen kann, willigen viele Patienten gerne in eine Operation ein. Die Operationstechniken sind in den vergangenen Jahrzehnten immer besser und präziser geworden, doch durch die Nähe zu wichtigen Nerven und dem Rückenmark bleibt immer ein Restrisiko. In Zukunft können Bandscheibenvorfälle vielleicht mit Hilfe eines kleinen und hochpräzisen Wasserstrahls operiert werden. Bei dem Eingriff, der unter örtlicher Betäubung vorgenommen werden kann, führt der Chirurg eine Spritze in die beschädigte Bandscheibe ein. Der Wasserstrahl aus der Kanüle schneidet und spült an der schmerzenden Stelle dann mit hohem Druck wie ein Skalpell das überschüssige Gewebe weg. Die Einstichstelle ist nur zwei bis drei Millimeter groß, so dass der Patient die Klinik noch am gleichen Tag wieder verlassen kann. Bisher befindet sich diese Technik noch im Versuchsstadium und muss ihre Wirksamkeit in einigen Testreihen unter Beweis stellen.

Ich finde es faszinierend, wie sich Operationstechniken in den letzten Jahrzehnten entwickelt haben. Die sog. minimalinvasive Schlüssellochtechnik z.B. verhindert große Operationswunden, senkt das Risiko von unerwarteten Komplikationen und kann bei immer mehr OPs angewandt werden. Sogar durch die natürlichen Körperöffnungen können heute manche Eingriffe vorgenommen werden. Die besseren Techniken haben aber auch einen Nachteil, denn es wird schneller operiert und dadurch steigt die Anzahl der unnötigen Maßnahmen deutlich. Ein Bespiel sind Kaiserschnittgeburten, die in den letzten Jahren immer häufiger werden. Fromme Wünsche für ein verantwortungsvolles Verhalten werden wohl wenig helfen, um die Anzahl der OPs wieder zu senken. Es bleibt uns nur übrig froh darüber zu sein, dass wenigstens die Risiken von Kunstfehlern und von Nebenwirkungen durch neue Technologien gesenkt werden.

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