Im Jahr 2005 starben in Deutschland 323 Babys an plötzlichem Kindstod. Beim sogenannten plötzlichen Kindstod versterben Säuglinge ohne vorherige Anzeichen im Schlaf. Es gibt noch keine eindeutige Erklärung für den plötzlichen Kindstod, doch sind schon längere Zeit bestimmte Risikofaktoren bekannt. Vor allem die Schlafumgebung und die Schlafgewohnheiten des Babys sind ausschlaggebend. US-Forscher fanden in einer Reihenuntersuchung heraus, dass die verstorbenen Babys häufiger auf dem Bauch oder auf der Seite gelegen hatten, seltener einen Schnuller benutzten und häufiger auf einer weichen Unterlage oder im Bett der Eltern geschlafen hatten. Außerdem waren die Kinder öfter mit Bettzeug oder mit Kleidung über dem Kopf gefunden worden.

Neben der Temperatur der Schlafumgebung scheint auch die Belüftung eine große Rolle zu spielen, denn in Räumen mit Ventilation sank das Risiko des plötzlichen Kindstod laut einer Studie um 72 Prozent. Wegen des Risikos einer Erkältung muss aber darauf geachtet werden, dass das Kind nicht in unmittelbarer Nähe eines Luftzugs schläft. Man stellt Kinderbetten daher auch nie unmittelbar neben einer Tür oder gar unter dem Fenster auf. Am besten sind fensterlose Ecken, in die auch bei gekipptem Fenster und geöffneter Türe kein Windzug kommt. Zusätzlich sollten Säuglinge in geschützten Körben oder entsprechenden Kinderbetten schlafen. Die Matratzen dürfen nicht zu weich sein. Bis zu dem Alter, wo die Kinder anfangen sich selber umzudrehen, haben weder Decken noch Kuscheltiere etwas im Bett zu suchen. Säuglinge schlafen am besten in einem Babyschlafsack, der verhindert, dass sie sich die Atemwege mit einer Decke versperren. Sehr viele Kinder, die am plötzlichen Kindstod verstarben, wurden mit zugedeckter Nase und Mund gefunden.

In der Stillzeit kann auch das Verhalten der Mutter eine Rolle spielen. Sie sollte genau wie in der Schwangerschaft weiterhin auf Nikotin und Alkohol verzichten und nicht zu früh damit anfangen, das Baby nachts nicht mehr zu stillen. Gerade in den ersten Monaten müssen die Kinder ganz langsam lernen, den Flüssigkeitsbedarf für die Nacht vor dem Schlafen zu decken und der Körper muss sich auch darauf einstellen. Wer hier mit zu großem Ehrgeiz daran geht, das Kind zum frühzeitigen Durchschlafen zu erziehen, kann dem Kind schaden.

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