Laut einem Bericht, dem Germap 2008, der unter anderem vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie (PEG) und dem Universitätsklinikum Freiburg erstellt wurde, lässt die Wirksamkeit von Antibiotika immer weiter nach, da Bakterien zunehmend gegen die Präparate resistent werden. In Deutschland wurden zwischen 250 und 300 Tonnen Antibiotika geschluckt, was 363 Millionen Tagesdosen entspricht.

Krankheiten wie Tuberkulose und Geschlechtskrankheiten sind wieder auf dem Vormarsch, in Krankenhäusern sterben jährlich 1500 Menschen an den Folgen der MRSA-Infektion, die durch eine Multiresistenz gegen Staphylokokken möglich geworden ist. Bis zu 800 000 Patienten infizieren sich in Deutschland mit Krankenhauskeimen, meist auf der Intensivstation, wo zwar die Hygiene besonders hoch sein sollte, aber eben auch doppelt so viele Antibiotika verabreicht werden, wie auf normalen Station.

Eins der größten Probleme besteht darin, dass Pharmaunternehmen nur noch wenig Interesse an der Entwicklung und Herstellung von neuen Antibiotika haben, da die Gewinnspannen nicht groß genug sind. Hier wäre es Aufgabe des Gesetzgebers entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um die Versorgung der Bevölkerung mit wirksamen Medikamenten zu gewährleisten. Wenn man sich aber ansieht, wie unsere Regierung vor dem Lobbys der Pharmakonzerne und Krankenkassen duckt, dann ist dies nicht mehr als ein frommer Wunsch.

Jeder Mensch kann wenigstens ein wenig selber dafür sorgen, dass er nicht unnötig Antibiotika zu sich nimmt. Man sollte nicht bei jeder kleinen Grippe gleich mit dem großen Hammer zuschlagen, sondern versuchen sich konventionell zu heilen. So erhöht man die Chance, dass im Falle des Falles, wenn man einmal wirklich dringend auf die Wirksamkeit von Antibiotika angewiesen ist, die auch noch gewährleistet ist.

Advertisements