Die in den letzten Jahren nicht enden wollende Diskussion über die Ethik von Stammzellenforschung an embryonalen Zellen könnte zu einer Lösung kommen. Tübinger Forscher haben aus den Hoden erwachsener Männer Zellen gewinnen können, die ebenso vielseitig sind wie die bisher benötigten embryonalen Stammzellen. Die Zerstörung von Embryos zur Zellgewinnung könnte damit überflüssig werden, denn die Gewinnung der Zellen aus Hoden ist durch kleine Biopsien möglich.

Bisher ist das Verfahren allerdings nur an Mäusen erfolgreich angewandt worden.

Aufgrund der ethischen Diskussion ist der eigentliche Sinn und mögliche Verwendungszweck von Stammzellen in den Hintergrund geraten, daher hier eine Erklärung zur Stammzellenforschung.

Vor zehn Jahren glückte es James Thomson von der Universität von Wisconsin erstmals, menschliche embryonale Stammzellen herzustellen. Thomson hatte die Stammzell-Linien aus Embryonen, die bei der künstlichen Befruchtung übrig geblieben waren, erzeugt. Die Stammzellen teilten sich unbegrenzt und konnten sich in verschiedene Gewebeformen umwandeln. Ob Alzheimer, Parkinson, Diabetes, Querschnittlähmung oder Herzinfarkt – bei diesen Krankheiten stirbt Gewebe ab oder wird geschädigt, so dass die Organe nicht mehr richtig funktionieren. Forscher hoffen, aus embryonalen Stammzellen Ersatzgewebe zu züchten. Zudem könnte man an so hergestelltem Gewebe Medikamente testen. Noch gibt es aber keine Therapie auf Stammzellbasis. In der ganzen Diskussion um Ethik geht es nicht um die Zielsetzung der Stammzellenforschung, sondern lediglich um die Verwendung von menschlichen Embryonen als Ersatzteillager für die Forschung.

Obwohl es schon erste erfolgreiche Versuche mit der Anwendung von Stammzellen in Tierversuchen durchgeführt wurden, ist völlig unklar, ob die Nachzucht von gesundem Gewebe jemals den gewünschten Effekt haben wird. Würde später eine medizinische Anwendung erfolgen, wäre der Ausgangsstoff für die Nachbildung von Nerven- oder Organgewebe das der Nabelschnur bei der Geburt entnommene Blut des Menschen. Vorausschauend kann man schon heute für diesen Zweck bei der Geburt eines Kindes Blut entnehmen und es gefroren für viel Geld einlagern lassen.

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