Der Anspruch auf Reha-Maßnahmen wurde als positiver Aspekt der Gesundheitsreform 2007 gefeiert, doch eine Zunahme der Behandlungen hat es nicht gegeben. Stattdessen beobachten vor allem geriatrische Reha-Kliniken, also Häuser, die sich besonders um ältere Patienten kümmern, dass die Kassen mit allen Tricks notwendige Maßnahmen verhindern. Teilweise sind die Begründungen, mit denen Reha-Maßnahmen zynisch und unmenschlich. Die DAK zum Beispiel lehnte eine Kur eines Schlaganfallpatienten mit der Begründung ab, er sei Demenzkrank und dementsprechend nicht mehr therapierbar. Eigentlich sollte die Gesundheitsreform jedoch gerade die Behandlung von Demenzkranken fördern. Ein Skandal wie ich finde. Wer keine Kraft oder Hilfe hat, sich gegen solche abgelehnten Anträge zur Wehr zur setzen, der kann sich auf Gesundheitsforen wie www.imedo.de Hilfe suchen.
Und dabei sollten doch gerade sinnvolle Reha-Maßnahmen nicht länger im Ermessen der Krankenkasse liegen, wie es in einem Informationsblatt der Bundesregierung heißt. Sie gehören nun zu den Pflichtleistungen. Die Realität allerdings sieht anders aus: Demenzkrank oder Pflegefall – damit werden Rehaanträge immer wieder abgelehnt – und dass, wo geriatrische Reha auch Pflegebedürftigkeit lindern soll.

Die 82-jährige Margarete K. hat es dank der Hartnäckigkeit der Ärzte und ihrer Familie dagegen geschafft. Seit einer Woche übt sie kräftig, nachdem sie sich bei einem Sturz im Badezimmer ein Bein gebrochen hatte. Die Krankenkasse wollte sie in eine übliche Reha schicken, 60 Kilometer entfernt von ihrem Wohnort. Doch die Entfernung und die Tatsache, dass eine geeignete Klinik in der Nähe ist, habe die Kasse nicht beeindruckt, erinnert sich der Schwiegersohn der Patientin.

Ein Trick der Krankenkassen: Statt der beantragten geriatrischen Reha werden die Patienten in eine einfache Reha geschickt. Damit sind sie ihrem gesetzlichen Auftrag nachgekommen und diese Maßnahmen sind billiger. Doch ältere Patienten seien aufgrund komplexer Krankheitsbilder in einer normalen Reha völlig überfordert, erklärt Heinz L. Unger, Chefarzt in der Brohltalklinik. Es gebe klare Kriterien, wann eine geriatrische Reha indiziert ist. Darüber dürften sich auch die Kassen nicht ohne weiteres hinwegsetzen.

Auch der Sozialverband VdK beobachtet das Verhalten der Krankenkassen mit Sorge. Er bietet eine Beratung an, hilft bei der Formulierung von Widersprüchen, denn einen Bescheid der Kasse muss man nicht einfach hinnehmen. Die Erfolgsquote für Widersprüche liege nach Erfahrungen des VdK sogar sehr hoch. Kommt man damit allerdings nicht weiter, hilft nur noch die Klage.

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