Bei einer Rückenmarksverletzung werden die Verbindungen zwischen Muskelzellen und Gehirn durchgetrennt. Darum können die Signale nicht weiter gegeben werden, und der Patient ist gelähmt.

US-Forscher haben jetzt herausgefunden, dass künstliche Verbindungen zwischen Gehirn und Muskelzellen, Menschen mit Verletzungen am Rückenmark helfen können, gelähmte Glieder wieder zu bewegen. Forscher von der „University of Washinton“, haben bei Affen, deren Arme zeitweise betäubt waren ihre koordinierte Bewegungsfähigkeit zrück gegeben.

Die Aufgabe des Rückenmarks ist elektrische Signale des motorischen Kortex, einer für gerichtete Bewegung zuständigen Gehirnregion, zum Zielort der Bewegung, also zu den Arm oder Beinmuskeln weiter zu leiten. Jährlich erleiden in Europa um die 9000 Menschen eine Rückenmarksverletzung. Meist sind Verkehrsunfälle die Ursache.

Das Team schafftte es bei den Affen eine solche Lähmung durch die aus elektrischen Schaltkreisen bestehende künstliche Verbindung zu überbrücken. Die Forscher lehrten die Affen zunächst durch Bewegungen ihrer Handgelenke eine Art Computerspiel zu spielen. Dabei zeichneten sich im motorischen Kortex aktive Signale auf einem Monitor auf. Dann lähmten sie die Arme der Tiere mit einem Betäubungsmittel, so dass die Affen nicht mehr in der Lage waren ihre Handgelenke auf natürliche Weise zu bewegen. Sie konnten dann nicht mehr weiter spielen. Im nächsten Schritt wandelten die Wissenschaftler die weiterhin aufgezeichneten Hirnsignale in künstliche elektrische Signale um und übertrugen sie durch Drähte direkt zu den Handgelenkmuskeln. Die Affen nahmen ihr Spiel wieder auf und bewegten ihre Handgelenke wieder. Die Wissenschaftler haben also eine Art Ersatzverbindung vom Gehirn direkt zum Handgelenk geschaffen. Die Studie ist die erste, die es den Tieren erlaubt ihre gelähmten Muskeln ohne Verzögerungen und gezielt mit ihrem Willen zu kontrollieren. Sie ist somit eine Alternative für Therapien wie die Behandlung mit Wachstumsfaktoren oder einer Nerventransplantation. Die Forscher sagen, dass ein Einsatz der Technologie beim Menschen frühestens in zehn Jahren denkbar ist. Zuerst muss man lernen die Hirnsignale besser aufzuzeichnen und diese an mehrere Muskelgruppen gleichzeitig effektiv zu übertragen. Gelingt es dann den Forschern, eine Gehirn-Muskel Verbindung zwischen dem motorischen Kortex und Stellen unterhalb der Rückenmarksverletzung eines Patienten herzustellen, hätten viele Menschen eine Aussicht, ohne Rollstuhl zu leben. Weil diese Forschungen relativ neu sind, sollte man für weitere Informationen einen passenden Arzt suchen. Den kann man in einem online Ärzteverzeichnis finden, wenn man einen in seiner Nähe sucht.

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