Bei einem neuen Verfahren der Naturheilkunde, das jetzt als Medizinprodukt zugelassen wurde, werden Tonminerale und Pilze ohne fremde Zusätze zu einer Medizin, die man statt herkömmlicher Antibiotika einsetzen kann. Die Grundlage des neuen Medizinproduktes ist das Montmorillonit, eine mineralische Verbindung, die vor Millionen von Jahren im Meer entstanden ist. Die heilende Wirkung von Tonmineralien (Heilerde) ist schon länger bekannt, doch die Zusammensetzung der Substanzen aus dem Tonvorkommen in Friedland, dessen Zulassung jetzt erteilt wurde, ist einmalig. Herausragende Eigenschaft dieses Minerals sei die spontane Quellfähigkeit bei Berührung mit Wasser, wodurch es für die Humanmedizin und Naturheilkunde Wichtigkeit erlangt. Konkret stärkt das Mittel die Immunabwehrkraft gegen Infektionen im Magen- und Darmtrakt. Es bindet Giftstoffe und überschüssige Säuren der Nahrung, so beispielsweise bei Durchfallerkrankungen. „Das Mittel unterstützt eine völlige Darmsanierung, auch bei chronischen Fällen von Erkrankungen“, erklärt Professor Morgenstern.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Berliner Charité hat das Biotechnologieunternehmen FIM Biotech GmbH das Mittel mit dem Namen Orthomin zur Behandlung von Magen- und Darmbeschwerden auf den Markt gebracht.

Vor etwa fünf Jahren hatte die FIM Biotech Berlin in Friedland eine Tonkuhle erworben, aus der zu DDR-Zeiten der Ton zur Produktion für Ziegel und Keramikfliesen gefördert wurde. Der geologische Vorrat beträgt 120 Millionen Tonnen und gilt als der bedeutendste in Europa. Geowissenschaftler und Mediziner der Universität Greifswald und der Humboldt-Universität Berlin untersuchten die Tonmineralien auf Heilwirkstoffe und kamen zu dem Ergebnis, dass dieses Tonvorkommen vor 65 Millionen Jahren durch Ablagerung von Vulkanasche im damals etwa 4000 Meter tiefen Meer entstanden sein muss. Dabei bildete sich, so Professor Morgenstern, das „wertvollste aller Mineralien“ – das Montmorillonit.

Die FIM Biotech GmbH erhielt vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Mecklenburg-Vorpommern einen mit 450.000 Euro dotierten Forschungsförderpreis

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