Diabetiker haben generell ein geschwächtes Immunsystem und leiden nicht selten am metabolischen Syndrom mit Übergewicht, Bluthochdruck und erhöhten Blutfettwerten. Grippeviren haben bei den Betroffenen „leichtes Spiel“. Eine Infektion mit dem Influenza-Virus kann daher schwere Folgen und Komplikationen nach sich ziehen. Die STIKO – die Ständige Impf-Kommission am Robert-Koch-Institut – empfiehlt Diabetikern ausdrücklich die alljährliche Grippeimpfung, um zusätzliche, oft lebensbedrohliche Risiken zu vermeiden. Auch Herzpatienten, Asthmatiker und Nierenkranke gehören zu den besonderen Risikogruppen. Ebenso alle Personen ab einem Alter von 60 Jahren.

Eigentlich sollte jeder – ob jung oder alt, ob gesund oder krank – das Angebot der Grippeimpfung wahrnehmen. Für die Risikogruppen erstatten die Krankenkassen die Kosten und die Praxisgebühr entfällt ebenfalls, wenn keine spezielle Untersuchung nötig ist. Am besten vereinbart man kurzfristig einen Impftermin beim Hausarzt, denn jetzt stehen die Impfstoffe, die vor den aktuellen Grippeviren schützen, in der Regel in ausreichender Menge zur Verfügung.

Grippe – besondere Gefahr für chronisch Kranke und Ältere

Eine Grippe kann jeden in jedem Alter schwer krank machen. Auch können sich jederzeit Komplikationen entwickeln, die mitunter sogar lebensbedrohlich sein können. Normalerweise heilt eine Grippe von allein aus, vorausgesetzt man schont sich und hält strikte Bettruhe ein. Bei älteren und durch eine bestehende Grunderkrankung geschwächten Menschen kann die Virusinfektion aber lebensgefährlich werden. Jährlich sterben etwa 10.000 Menschen daran. Im Winter 2004/2005 zählte das RKI, das Robert-Koch-Institut, sogar 15.000 bis 20.000 Grippe-Tote in Deutschland. Dass so viele Menschen an der Grippe sterben, müsste nicht sein, denn gegen Influenza-Viren gibt es eine Impfung.

Die STIKO – die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut – spricht jedes Jahr eine Empfehlung an diejenigen aus, die sich gegen Grippe impfen lassen sollten: Hierzu zählen Personen, die durch ihren Beruf Gefahr laufen, sich selbst und andere anzustecken, also zum Beispiel Angestellte in Krankenhäusern, Arztpraxen, Alten- und Pflegeheimen, aber auch Berufsgruppen mit viel Publikumsverkehr und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen.

Risikogruppe 60 plus: Jenseits des sechzigsten Lebensjahres ist die Immunabwehr altersbedingt nicht mehr so leistungsfähig wie in jungen Jahren. Der gesamte Organismus und damit auch alle lebenswichtigen Organe haben nun einmal schon viele „Betriebsstunden“ hinter sich gebracht und sind dadurch anfälliger geworden. Grippeviren können beispielsweise einem älteren Herzen erheblichen Schaden zu fügen, auch wenn die „Pumpe“ bisher keine Probleme bereitet hat. Herz-Rhythmus-Störungen, Herzmuskelentzündungen oder auch eine Lungenentzündung können mögliche Folgen einer Influenza sein.

Umso verwunderlicher ist es, dass in der Altersgruppe „60 plus“ nur 50 bis 60 Prozent gegen Grippe geimpft sind. Dabei ist die Impfung gut verträglich und mögliche seltene Nebenwirkungen stehen in keinem Verhältnis zu den lebensbedrohlichen Folgen und Komplikationen, die eine Influenza nach sich ziehen kann.

Risikogruppe chronisch Kranke: Erwachsene und Kinder, die an einer chronischen Erkrankung leiden, haben dadurch meist auch ein geschwächtes Immunsystem. Grippeviren können bei diesen Menschen sehr viel zusätzlichen Schaden anrichten. Wer an Diabetes, an Asthma, einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, einer Nieren-Erkrankung oder einer Immunstörung leidet, sollte sich unbedingt jedes Jahr gegen Grippe impfen lassen, so die STIKO.

Experten vermuten, dass Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen besonders gefährdet sind, wenn sie an einer Grippe erkranken. Denn in den Wintermonaten ist eine zunehmende Anzahl an Herzinfarkten zu verzeichnen. Bei der Hälfte der Patienten sind entzündete Herzkranzgefäße die Ursache. Solche Entzündungen wiederum können die Folge einer Influenza sein. Man geht davon aus, dass eine Grippe-Impfung daher auch vor Herzinfarkt schützen kann.

Impfung gegen Grippe – alle Jahre wieder: Grippeviren verändern sich unentwegt und Jahr für Jahr. Daher gibt es keine Grippe-Impfung fürs ganze Leben. Auch kann man durch eine Erkrankung keine Immunität erwerben. Weltweit unterhält die Weltgesundheitsorganisation WHO Labore, die die Viren analysieren und bestimmen. Die Laborergebnisse helfen dabei, die jeweils aktuellen und passenden Impfstoffe herzustellen. Meist stehen diese dann ab Ende August bzw. Anfang September zur Verfügung. Dann ist es Zeit, einen Impftermin beim Hausarzt zu vereinbaren. Die besten Impfmonate sind September bis November, aber auch in den Folgemonaten ist die Impfung noch sinnvoll. 14 Tage dauert es, bis der Impfstoff im Körper seine Schutzfunktion aufgebaut hat, die dann etwa ein halbes Jahr anhält. Für alle diejenigen, für die die STIKO die Impfung empfiehlt, übernehmen die Krankenkassen die Kosten. Wer darüber hinaus noch Fragen hat, sollte sich am besten mit seinem Hausarzt unterhalten.

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