In ihrem Buch „Aeskulap’s zerbrochener Stab“ enthüllt die Autorin Klara Ostmüller die Zustände an deutschen Krankenhäusern. Sie schreibt über die Krise des Gesundheitssystems und dokumentiert auf spannende Art Missstände. Thematisch sind uns die Probleme aus der eigenen Erfahrung oder aus der Presse bekannt, doch finde ich es interessant, dass sich nun auch mal jemand vom Fach die Mühe macht anzuprangern, was eigentlich schon jeder weiß. Ich habe nie verstanden, wie man Ärzte zu unmenschlich langen Schichten von bis zum 36 Stunden einteilen kann und vermutlich hat schon jeder von uns gehofft, dass er im Falle eines Unglücks nicht auf einen Arzt trifft, der in den letzten 5 Tagen nur insgesamt 7 Stunden geschlafen hat.

Der Name Ostmüller ist ein Synonym, denn Krankenhäuser mögen keine Nestbeschmutzer und zurecht fürchtet die Autorin um ihre Anstellung, sollte ihr Name bekannt werden.

Ich hoffe, dass Deutschland in den nächsten Jahren in der Lage sein wird den Ärzten hier bessere Bedingungen zu schaffen, denn sonst wird sich die Abwanderung von Fachkräften fortsetzen.Eine Möglichkeit wäre es günstige Baufinanzierung anzubieten. Überhaupt ist ein Umdenken nötig, sowohl auf Seiten der Politik, als auch auf Seiten der Patienten, die mit jedem kleinen Wehwehchen zum Arzt rennen. Und Ärzte sollten sich wieder mehr auf Erfahrung und Gefühl verlassen als bei jedem Schnupfen teure Untersuchungen anzuordnen. In ärmeren Ländern ist die Gesundheitsversorgung teilweise besser als in Deutschland, weil die Ärzte noch Heiler sind und sowohl Diagnose als auch Therapie nicht von irgendwelchen Messwerten ableiten. Wer viele Jahre praktiziert hat, der braucht bei einem Nierenstein keinen Ultraschall zur Diagnose, dem reicht es den Patienten zu befragen und er weiß Bescheid. Dummerweise nur gibt es für die Fragen zu wenig Geld und das Ultraschallgerät muss sich ja auch amortisieren. Ich weiß nicht, wie wir einen Wechsel in Deutschland hinbekommen, denn unsere Politiker heißen leider nicht Obama oder Clinton, sondern Ypsilanti und Beck.

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