Ein ausführliches Interview mit der Deutschen Adipositas Geselschaft gibt es in diesem Post!

Stellen Sie bitte Ihre Organisation kurz vor!

Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft e.V. (DAG) (www.adipositas-gesellschaft.de) ist eine Fachgesellschaft von Wissenschaftlern und therapeutisch tätigen Experten, die sich dem Krankheitsbild Adipositas (starkes Übergewicht) widmen. Wir setzen uns dafür ein, dass die Adipositas als Krankheit ernst genommen wird. Der gemeinnützige Verein hat sich vorrangig zum Ziel gesetzt, Forschung, wissenschaftliche Diskussion, Weiterbildung und wissenschaftlichen Nachwuchs im Bereich Adipositas zu fördern sowie Konzepte und Leitlinien zu Prävention, Diagnose und Therapie der Adipositas zu entwickeln und zu vertreten. Neben der Veranstaltung von Fachtagungen und der Herausgabe des Vereinsorgans „AdipositasSpektrum“ (www.linguamed.de), engagiert sich die DAG berufspolitisch, forschungspolitisch und gesundheitspolitisch. Fachorgane der DAG sind die Zeitschriften „Adipositas“ und „Obesity Facts“.

Nach § 4 der Satzung kann jeder Mitglied in der Adipositas-Gesellschaft werden, der auf dem Gebiet der Adipositas tätig ist, d.h. in der Adipositas-Forschung oder in ihrer sozialen, psychologischen oder medizinischen Umsetzung.

Ein aktueller Tätigkeitsschwerpunkt der DAG ist es, Politik und Öffentlichkeit auf die „Public Health“-Aspekte der Adipositas hinzuweisen. Hierzu hat die DAG einen Nationalen Aktionsplan gegen Übergewicht entwickelt, der den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der EU empfohlenen Strategien im Kampf gegen das Übergewicht entspricht. Der DAG-Entwurf findet breite Unterstützung bei anderen Fachgesellschaften und wurde 2007 von der Bundesregierung im „Eckpunktepapier Ernährung und Bewegung“ aufgegriffen. „IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und Bewegung“, wurde im Sommer 2008 von der Bundesregierung verabschiedet und setzt die dort empfohlenen Strategien um.

Die DAG ist Mitglied der International Association for the Study of Obesity (www.iaso.org), der European Association for the Study of Obesity (www.easoobesity.org) sowie Mitgliedsgesellschaft der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) und der Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (www.ernaehrung-und-bewegung.de).

Stellen Sie bitte Ihre Internetseite kurz vor!

Die Internetseiten www.adipositas-gesellschaft.de und www.a-g-a.de (die Seite der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter der DAG) richten sich in erster Linie an Mitglieder der DAG, interessierte Profis und Laien, Vertreter von Krankenkassen und Politik sowie Journalisten/Medienvertreter.

Herzstück der Internetseite/n sind neben der Satzung vor allem die „evidenzbasierten Leitlinien“ zur „Therapie und Prävention der Adipositas“ bei Erwachsenen, eine eigene Leitlinie für „Therapie und Prävention der Adipositas im Kindes- und Jugendalter“, außerdem zur „Adipositastherapie in Rehakliniken“ und zur „chirurgischen Therapie der extremen Adipositas“. Darüber hinaus kann man erfahren, woran die Wissenschaft die Qualität ambulanter Programme zur Gewichtsabnahme misst („Qualitätskriterien für ambulante Adipositasprogramme“). „Evidenzbasiert“ bedeutet, dass die Wirksamkeit der empfohlenen Vorgehensweisen durch wissenschaftliche Studien bewiesen wurde.

Da der Vorstand ehrenamtlich und nebenberuflich arbeitet, können wir keinen Rundum-Service liefern. So ist beispielsweise unsere Ratgeberseite noch nicht mit Inhalten hinterlegt. Betroffene können auf unserer Seite aber Adressen von ambulanten und stationären Therapieeinrichtungen finden. Ab voraussichtlich Anfang 2009 werden nur noch Einrichtungen mit dem DAG-Gütesiegel auf unserer Seite zu finden sein. Diese Einrichtungen haben sich durch die DAG zertifizieren lassen und belegen damit, dass sie eine hochwertige und seriöse Therapie anbieten. Auf diese Weise wollen wir nach und nach die Spreu vom Weizen trennen, denn es gibt zu viele unseriöse Anbieter, die den großen Leidensdruck Betroffener ausnutzen, um Kasse zu machen.

Wie haben Sie mit Ihrer Internetseite angefangen?

Wir haben in den 1990er Jahren eine kleine IT-Firma beauftragt, unsere website zu erstellen.

Was war der größte Erfolg Ihrer Internetseite?

Unsere website hat einen internen Bereich für Mitglieder. Eine wichtige Funktion ist es, die Mitglieder der DAG untereinander zu vernetzen und miteinander in Kontakt zu bringen. Seit wir uns seit Anfang 2008 dezidiert um Presse- und Öffentlichkeitsarbeit kümmern, haben wir auch festgestellt, dass wir deutlich mehr Besucher auf unseren Seiten haben. Damit kommen wir unserem Ziel, die Bevölkerung über das Wesen dieser chronischen Krankheit aufzuklären, weiter näher. Wir können jetzt auch professioneller mit Journalisten kommunizieren, denn alle Pressemitteilungen und Stellungnahmen sind einsehbar unter der Rubrik „Vorstandsmitteilungen“.

Unsere größten Erfolge in diesem Jahr sind aber eindeutig die Verabschiedung des Nationalen Aktionsplans „IN FORM“ durch die Bundesregierung und der Start des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten „Kompetenznetz Adipositas“ – Adipositas ist damit erstmals Forschungsschwerpunkt in Deutschland.

Welche Themen interessieren Ihre Besucher am meisten?

In erster Linie wenden sich Medienvertreter an uns, die Experten für ein bestimmtes Themengebiet aus dem Bereich Adipositas suchen. Die vermitteln wir gerne. Wir haben einen großen Expertenpool und können alle Bereiche der Adipositas abdecken, von Grundlagenforschung über spezielle Fragen in den Bereichen Medizin, Ernährung, Bewegung, Psychologie, Fragen zu gewichtssenkenden Medikamenten, zu Operationen, das gesamte Spektrum der Therapie und Prävention.

In diesem Jahr waren das z.B. Fragen wie: „Gibt es ein Ärztenetzwerk für die Nachbetreuung von adipösen Patienten?“, „Was sagt der Bodymass-Index aus?“, „Wo finde ich eine gute Einrichtung, die Adipositas-Chirurgie anbietet?“, „Was taugen Pflaster zum Abnehmen?“, „Kann man Hoodia-Präparate zum Abnehmen empfehlen?“, „Wie werden Adipöse in den Medien dargestellt?“ etc.

Welche Ziele haben Sie sich gesetzt und sind diese erreicht worden?

Große Ziele der DAG sind: Die Anerkennung der Adipositas als chronischer Krankheit und die langfristige Abnahme der Zahl der Personen, die an starkem Übergewicht in Deutschland leiden. Außerdem wünschen wir uns eine Zunahme an Einrichtungen, die leitliniengemäß seriöse Therapiemaßnahmen anbieten. Wir wünschen uns auch, dass unsere Lebenswelten gesünder werden, so dass es uns allen leichter fällt, gesunde Entscheidungen für unser Leben zu treffen, z.B. dass sich die Verpflegung in Schulen und Kantinen verbessert, dass mehr Radwege gebaut werden, dass Werbung für „ungesunde“ Lebensmittel für Kinder in Europa verboten wird und vieles mehr.

Durch unsere größten Erfolge in diesem Jahr (s.o.) haben wir wichtige Weichen gestellt; wir haben aber noch einen langen Weg vor uns; manche Erfolge werden erst in 10-20 Jahren messbar sein.

Wir haben aber auch kurzfristige Ziele, z.B. steigende Mitgliederzahlen und dass unsere jährlichen Jahrestagungen gut besucht werden. Für 2008 sieht es sehr gut aus.

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