Jeder von uns fragt sich, wer seine Vorfahren sind, wo sie gelebt haben, was sie gemacht haben und wer sie sind. Bis zur Urgroßelterngeneration wissen wir in der Regel die Antwort auf diese Frage, doch danach wird es dunkel. Ich würde viel dafür geben, wenn mir jemand sagen könnte, wie meine Vorfahren im Mittelalter gelebt haben, ob sie Ritter oder Bauern waren, ob sie reich oder arm waren, was sie gedacht und wie sie gelebt haben.

Die Genetik kann uns nun etwas mehr darüber sagen, denn anhand von genetischen Übereinstimmungen kann man, ähnlich dem Vaterschaftstest, regionale Besonderheiten bestimmen. Wissenschaftler haben jetzt zum Beispiel herausgefunden, dass der mongolische Herrscher Dschingis Khan im asiatischen Raum ca. 16 Millionen „Verwandet“ hat, also Menschen, die genetische „Visitenkarten“ besitzen, die nur dort auftaucht und sich auf den Herrscher zurückverfolgen lässt. Natürlich muss er nicht Vater all dieser Menschen sein, doch ist sicher, dass sich seine Gene erfolgreich fortgesetzt haben.

In der Kriminalistik wird dieser genetische Fingerabdruck übrigens auch genutzt. Da jeder Genpool seine Besonderheiten hat, können Wissenschaftler anhand von der DNA eines Menschen recht genau bestimmen, aus welcher Gegend er kommt. Es gibt inzwischen schon eine Art Landkarte der Gene, die neben der Beobachtung von Völkerwanderungen auch für solche Zwecke genutzt werden kann.

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