Im Zuge der Nichtraucherdebatte ergab sich ja von verschiedenen Seiten auch das Rauchen als Krankheit einzustufen und damit einen Behandlung auf Krankenschein zu ermöglichen. Ich finde es sinnlos darüber zu reden, natürlich sind alle Süchte eine Art Krankheit, auch wenn sie sich in der Seele und nicht organisch abspielen. Manchmal frage ich mich, ob nur wir Deutschen für alles eine Regel und eine Definition benötigen. Manchmal hilft doch auch der gesunde Menschenverstand. Natürlich kann ich mich nicht krankschreiben lassen, weil ich nikotinsüchtig bin, aber ebenso selbstverständlich habe ich ein Anrecht auf Unterstützung, wenn ich mich von der Sucht befreien möchte. Oder will der Staat mich solange rauchen lassen, bis ich dann wirklich körperlich krank bin um mich dann zu behandeln? Macht irgendwie keinen Sinn.

Glücklichweise werden Nichtraucherkurse von Krankenkassen gefördert und somit erübrigt sich die Diskussion auch von dieser Seite. Die Kassen haben längst erkannt, das es sie billiger kommt ein paar Kurse zu bezahlen, als 20 Jahre später Beine zu amputieren oder Urlaube in Luftkurorten zu sponsern. Wenn jetzt auch noch die Raucher begreifen würden, dass aufzuhören ein geschickter Schachzug wäre, dann bräuchten wir auch keine Gesetze dafür.

Aber für heute werde ich mit den frommen Wünschen aufhören und mich wieder der Realität zuwenden. Über Süchte wissen nur ein paar Spezialisten etwas, und sie wissen auch nicht alles das gleiche, aber der Rest der Gesellschaft dümpelt im Dunkeln der Ahnungslosigkeit vor sich hin. Wir glauben doch alle, dass es nur ein Frage von Erziehung und Selbstdisziplin ist, ob jemand Kokain nimmt oder Tabak raucht. Ich drücke ihnen die Daumen, dass sie nicht eines Tages an ihren eigenen Kindern oder an sich selber feststellen müssen, dass es ganz so einfach nicht ist. Um aus dem Teufelskreis der Sucht zu entrinnen ist mehr notwenig als ein paar schlaue Worte. Wer Fragen oder Probleme hat, der kann auf der Seite http://www.imedo.de Hilfe suchen.

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