Ich habe selber  ein Organspenderpasses und ich habe meine Familie und Freunde darüber informiert und aufgeklärt – wer weiß, an welchen Arzt man in solch einem Fall landet und die Familie die eigene Entscheidung über den Haufen wirft- aus der reinen Unkenntnis .
Meine Eltern oder engen Freunde haben dieses akzeptieren müssen,Diskussionen gab es keine. Die Frage nach dem „warum“ kam nie auf. Die Umwelt reagiert unterschiedlich darauf, wenn es um das Thema Organspende geht. Entweder höre ich „ich habe auch einen“ ( dickes Lob) oder „nein, habe keinen und will  keinen“ (der Startschuß für eine neue Diskussion). Ich habe in Gesprächen mit Nichtorganspendern bemerkt, dass die meißten nicht ausreichend darüber informiert sind und von Horrorgeschichten gesprochen wird .
Die zwei größten Angstfaktoren der Leute sind:

1. Dass ihnen Organe entnommen werden, obwohl sie noch nicht „richtig“ tot sind

2. Zweifel daran haben , dass ihnen  geholfen wird ( das eigene Leben gerettet wird), wenn bekannt wird dass sie ein Organspenderausweis haben.
Es gibt Richtlinien, die eingehalten werden , wenn jemand Organspender ist. Ein Arzt darf in diesem Fall nicht allein entscheiden, dass jemand tot ist, denn es wird ein weiterer Kollege hinzugezogen.
Der Arzt macht sich strafbar , wenn er nicht hilft, denn das wäre  unterlassene Hilfeleistung. Den entsprechenden Arzt könnten die Hinterbliebenen vor Gericht zerren und dieser würde erst mal in den Bau wandern und gleichzeitig seine Zulassung verlieren – dann wohl für immer.

Wieviele Organspender gibt es? Durch die Gesetzgebung sind die Organspender nicht registriert und daher ist die Nennung einer exakten Zahl nicht möglich. Hier in Deutschland kann man jederzeit sein Einverständnis zur Organspende zurückziehen : man vernichtet seinen Ausweis und läßt seine nächsten Angehörigen seinen Sinneswandel wissen. Die nächsten Angehörigen werden ja gefragt, ob sie der Organspende beim frisch verstorbenen zustimmen, wenn dessen Wille nicht durch einen Ausweis erkannbar ist.

Ich denke, dass es hier bei uns in Deutschland an der Zeit ist, dass es eine Gesetzesänderung geben muss.
Der Grund dafür ist, dass sich die Bevölkerung zu wenig Gedanken über das Thema macht.
Jeder
hält es für selbstverständlich , auf die Warteliste für ein bestimmtes Organ zu kommen, wenn man es braucht
Im Gegenzug ist nur eine Minderheit bereit, Organe aus seinem Körper entnehmen zu lassen, wenn die eigene Zeit um ist, um einem unbekannten Mitmenschen das Leben zu ermöglichen. Wenn man sich mehr darüber informieren will, sollte man einen Arzt befragen. Einen Arzt kann man auch in online Äzteverzeichnisse finden.

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