Hier mehr über den Gehörlosenbund in einem Interview:

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Der Deutsche Gehörlosen-Bund versteht sich als sozialpolitische, kulturelle und berufliche Interessenvertretung der ca. 80.000 Gehörlosen in Deutschland und als Forum für die Gebärdensprachgemeinschaft.

Der Deutsche Gehörlosen-Bund hat sich zum Ziel gesetzt, die Gebärdensprachgemeinschaft mit ihrer reichhaltigen Kultur als Ort der entspannten Kommunikation und des Verstandenwerdens zu erhalten und zu fördern. Hörbehinderte Menschen sprechen in Gebärdensprache, weil es für sie in dieser Sprache keine Kommunikationsbarrieren aufgrund der Hörbehinderung gibt. Für das hörbehinderte Kind muss in jeder Phase seiner Sozialisation das Angebot der Gebärdensprache sichergestellt werden. Nur so bekommt der hörbehinderte Mensch die Kompetenz, die Gebärdensprache zu nutzen und mit ihr die hörende Welt zu erobern.

Der älteste Gehörlosenverein wurde am 30. April 1848 in Berlin gegründet. Die Anfänge zu einer deutschlandweiten Gehörlosenorganisation gehen auf das Jahr 1873 zurück, wo der erste deutsche Taubstummenkongress in Berlin durchgeführt wurde. Seitdem trafen sich fast jedes Jahr Vertreter der Gehörlosenvereine aus ganz Deutschland und formulierten ihre Interessen und Forderungen. Sie lauteten damals u.a. Schulpflicht für alle gehörlosen Schüler, Einsatz der Gebärdensprache im Unterricht, Verbot der körperlichen Züchtigung an den Gehörlosenschulen, Bau von Altenheimen für ältere Gehörlose und Einrichtung von Kindergärten für gehörlose Kinder. Es dauerte bis 1927 bis zu einer Verbandsgründung. Es entstand der Reichsverband der Gehörlosen Deutschlands e.V. (Regede). Nach dem Kriege wurde der Deutsche Gehörlosen-Bund der Rechtsnachfolger von Regede. Zurzeit sind 16 Landesverbände und 11 Sonderverbände (z.B. Deutscher Gehörlosen-Sportverband und Verband der Katholischen Gehörlosen Deutschlands) mit ihren 670 Vereinen mit gesamt 32.000 Einzelmitgliedern organisiert.


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