Noch ein Interview zum Thema Kinderradiologie:

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1. Stellen Sie bitte Ihre Internetseite kurz vor!
Kinderradiologie-online ist die weltweit erste kinderradiologische Publikations-Plattform im Internet.

Kinderradiologie-online ist eine Kinderradiologie Information, Publikation- und Kommunikationplattform. Interessante und typische Bildbefunde des Kindes und Jugendalters koennen hier gefunden werden.  Eigenen Kasuistiken koennen hier auch publiziert werden. Kinderradiologische Fälle koennen hier mit Kollegen oder Leidensgenossen diskutiert werden und unklare Befunde koennen vorgestellt werden. Aktuelle Nachrichten aus der Welt der Kinderradiologie koennen hier ebenfalls gelesen werden.
Die Sammlung von Fallbeispielen wird nicht nur von Radiologen, sondern auch von Kinderärzten und Kinderchirurgen genutzt. Monatlich ueber 20000 Mal greifen Ärzte und Patienten auf die Webseite von
www.kinderradiologie-online.de zu. Auf dieser einmaligen und aufwendigen Internet-Seite finden Sie Informationen, die ihnen sowohl bei der Diagnostik ungewöhnlicher Krankheitsbilder als auch bei der Wahl einer bestimmten Operations-Methode helfen können. Die Sammlung umfasst derzeit ueber 200 Fälle.
Dr. med. Roland Talanow von der Cleveland Clinic/USA hat zusammen mit dem Leiter der diagnostischen Kinderradiologie an der Klinik und Poliklinik der Universität Leipzig das Internet-Projekt entwickelt. In Rubriken wie „seltene Erkrankungen“ und „Fall des Tages“ sowie in der Rubrik „Lernmodus“ kann der fachübergreifende Wissensdurst gestillt werden. Unter „eigene Fälle“ können Ärzte eigene Fälle schildern und anhand von Bildbefunden innerhalb kürzester Zeit über das „Diskussionsforum“ Informationen mit anderen Kollegen aus Klinik und Praxis austauschen. Sehr häufige Klicks erfolgen auf „Nachrichten“, „sonografische Darstellungen“ und zu „ungewöhnlichen Krankheitsbildern“. Zunehmend wird die Webseite auch von Patienten und Angehoerigen genuzt um Informationen zu finden und auszutauschen.


2. Wie haben Sie mit Ihre Internetseite angefangen?
Die Idee wurde geboren, als ich noch Medizinstudent and der Martin-Luther-Universitaet Halle-Wittenberg war. Ich hatte schon seit einigen Jahren das Interesse am Internet gewonnen und mit meiner Programmier-Erfahrung wollte ich nun auch etwas fuer den Medizinisch-Radiologischen Bereich tun. Zu der Zeit hatte ich natuerlich noch nicht das noetige Fachwissen um solch ein Projekt auch fachlich umzusetzen. Gluecklicherweise hatte auch Prof. Hirsch (damals Oberarzt Dr. Hirsch) aus der Kinderradiologie des Klinikum Kroellwitz in Halle Interesse, kinderradiologische Fallsammlungen ins Internet zu stellen, welche der fachlichen Weiterbildung helfen konnten. Somit wurde das Projekt „Kinderradiologie online“ geboren! (2001) Nach meinem Medizinstudium bin ich aus familiaeren Gruenden in die USA gegangen und habe mir gedacht, warum nicht das ganze Projekt auch fuer den Rest der Welt zugaenglich zu machen. Daraufhin wurde die gesamte Internetpraesenz ebenfalls ins Englische uebersetzt und ist nun auch bilingual einsehbar. Die Englische Version von Kinderradiologie-online ist auf
www.PedRad.info zu erreichen. Aus zeitlichen Gruenden konnte sich Prof. Hirsch nicht mehr vollzeitlich auf dieses Projekt konzentrieren, so wird nun das komplette Projekt von mir weitergefuehrt.

3. Was war der grte Erfolg Ihrer Internetseite?
Der erste Erfolg fuer mich persoenlich war, dass ich etwas geschafft hatte, was noch niemand zuvor getan hatte: die weltweit erste Kinderradiologische Kommune im Internet.
Ein unvorhergesehener aber willkommener und erfreulicher zweiter Erfolg war, dass zunehmends auch Patienten und Angehoerige von Patienten Kinderradiologie-online mehr und mehr benutzen um Ihre Erfahrungen auszutauschen und Informationen zu finden. Initial war das Projekt primaer fuer Fachleute (Kinderradiologen und Paediater) gedacht, aber es entwickelte sich mehr und mehr zu einer schoenen Symbiose aus Fachaerzten und Patienten.

Mein groesster Erfolg – bevor ich ueberhaupt meine Radiologische Laufbahn begonnen hatte – war, dass das Projekt auf Radiologischen Kongressen vorgestellt und sogar auch ausgezeichnet wurde. Es wurde zuerst auf dem deutschen Kinderradiologen, dann auf dem deutschen Gesamt-Radiologenkongress, dann sogar auf dem amerikanischen Kinderradiologen, dem europaeischen Radiologen und letztendlich dem weltweit groessten Radiologie-Kongress RSNA vorgestellt und sogar ausgezeichnet.

Mittlerwerweile registrieren wir mehr als 20000 Besucher pro Monat, was ich – so denke ich – auch als Erfolg und Spiegel der Popularitaet des Projektes ansehen kann.

4. Welche Themen interessieren Ihre Benutzer am meisten?
Aus meiner Erfahrung zu beurteilen interessiert es Fachaerzte am meisten, Bilder zu sehen und Differentialdiagnosen zu Faellen zu finden. Speziell wird der Quiz-Modus geschaetzt, in dem man Faelle zu sehen bekommt und erst die Diagnose selber finden muss, bevor diese einem gezeigt wird. Patienten (oder Angehoerige) hingegen suchen entweder generelle und detaillierte Informationen zu Ihrem Krankheitsbild (oder Ihrer Angehoerigen). Ausserdem suchen (und finden) sie Leidensgenossen, mit denen sie ihre Erfahrungen und Leiden teilen koennen. Vor allem bei seltenen Erkrankungen, bei denen man kaum Informationen und schon recht nicht Leidensgenossen einfach findet, ist dies eine extreme Erleichterung.

5. Welche Ziele haben Sie sich gesetzt und sind diese erreicht worden?
Ich hoffe, dass diese kinderradiologische Projekt weiterhin so populaer und nuetzlich fuer Fachleute und Patienten bleibt und dass dieses Internetprojekt auch auf andere Bereiche der Radiologie ausgedehnt werden kann.

Weiterhin habe ich vor, mehr Faelle zeigen zu koennen und mit weiteren Intenet-Projekten zu verbinden, welche ich unter anderem auch entwickelt habe. So z.B. werden die interssantesten Faelle eingeladen, im internationalen „Journal of Radiology Case Reports“ zu publizieren, in welchem ich der Chief-Editor/Herausgeber bin.

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