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Früher haben die Menschen in Hütten aus Lehm gewohnt, oder gar in Zelten und Höhlen. Heute wohnen wir in Betonbunkern, die natürlich eine andere Wirkung auf uns haben. Doch welche Auswirkungen haben die Baumaterialien, die uns umgeben, auf unsere Psyche und unsere Gesundheit? Keiner kann es so richtig sagen, denn wie sollte man eine solche Untersuchung anstellen?
Wer weiß, ob sich unsere Denkweise, unsere Gefühlen und unser allgemeiner Zustand verändert und wie er sich verändert, wenn man Gebäuden aus Beton, Stahl und Glas befindet? Was empfindet ein Mensch, der im 63. Stockwerk arbeitet?

Ich weiß, dass Licht eine große Rolle spielt und der Blick, den man aus dem Fenster hat. Ich habe ein halbes Jahr meines Lebens im Souterrain gewohnt und kann mich noch sehr genau erinnern, dass es keine gute Zeit war. Mir hat das Licht gefehlt und mir hat der Blick in den Himmel gefehlt. Man sieht keine Sonne, keinen Mond und keine Sterne, ja selbst der Blick auf die Blätter der Bäume ist einem versperrt. Ich brauche diese Eindrücke meiner Umgebung für mein Wohlbefinden wie ein Fisch das Wasser braucht.

Die letzten Jahre habe ich immer im Dachgeschoss gewohnt, denn dort hat man den engsten Kontakt zur Natur. Man ist nicht eingesperrt in eine Konservendose, sondern kann in die Weite des Horizonts blicken. Ich liebe es am Abend auf dem Balkon zu sitzen und in den Himmel zu schauen. Ob es die kräftigen Farben des Sonnenuntergangs sind oder die Inspiration, die man beim Blick in die Sterne erhält, man hat einen viel intensiveren Kontakt zur Natur.

Natürlich werde ich mein Leben nicht in einer Lehmhütte verbringen, ich werde auch höchstens im Urlaub mit Kindern mal ins Auge fassen, im Zelt zu nächtigen, bin aber trotzdem der Meinung, dass Baumaterialien unser Gefühl beeinflussen. In Altbauten, gebaut aus richtigen Steinen, mit Türen und Fensterrahmen aus Holz, fühle ich mich jedenfalls heimischer und wohler, als in modernen Betonkästen mit Stahlrahmen und Kunstoff.

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