Eine sehr gute Seite für die die Probleme mit Impotenz haben ist: www.impotenz-selbsthilfe.de . Ich habe um ein Interview gebeten und hier ist es!

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Stellen Sie bitte Ihre Internetseite kurz vor!

Unser Internetauftritt http://www.impotenz-selbsthilfe.de behandelt auf rund 100 Seiten umfassend, verständlich und aus der Sicht von Betroffenen alle Aspekte von Erektionsstörungen. Im Einzelnen geht es um folgende Themen:

· Allgemeine Informationen zu Erektionsstörungen (Definition, Verbreitung, usw.)

· Ursachen, Diagnose und Behandlung von Erektionsstörungen

· Kostenübernahme für Diagnose und Behandlung der Erektionsstörung durch die Krankenkassen

· Persönlicher und partnerschaftlicher Umgang mit dem Problem

Pro Monat haben wir mehr als 100.000 Seitenzugriffe. Wir bieten auch Beratung per E-Mail und Telefon an und erhalten pro Monat ungefähr 70 E-Mails und 50 Anrufe.

Welche Themen interessieren Ihre Benutzer am meisten?

Unsere Seiten über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten stehen bei den Seitenzugriffen an der Spitze. Aber auch die vielfältigen Ursachen von Erektionsstörungen stoßen auf großes Interesse. Ein dritter Schwerpunkt ist der persönliche und partnerschaftliche Umgang mit dem Problem. Dabei geht es um die Frage, wie man trotz Erektionsstörung eine befriedigende Sexualität erleben kann.

Was war der größte Erfolg Ihrer Internetseite?

Den größten Erfolg gibt es nicht. Aber wir bekommen ab und zu Rückmeldungen von Männern und Frauen, die uns sagen, dass ihnen unsere Seiten und der Kontakt mit uns wieder zu einer befriedigenden Partnerschaft und Sexualität geholfen haben. Das freut uns jedes Mal sehr und ist eine schöne Belohnung für die viele Arbeit, die wir in unsere Seiten gesteckt haben.

Natürlich freuen wir uns auch, wenn Journalisten auf unsere Internetseiten stoßen und wir dann zu öffentlichkeitswirksamen Auftritten in den Medien eingeladen werden. In diesem Jahr war so ein Höhepunkt ein Auftritt in der TV-Sendung „Menschen bei Maischberger“. Das zeigt sich gleich deutlich bei den Zugriffen auf unsere Internetseiten und hilft, das Thema Erektionsstörungen etwas mehr aus der Tabu-Ecke zu holen.

Warum fällt es Männern so schwer, Erektionsstörungen als „normale“ Krankheit zu sehen?

In unseren Männergehirnen ist die Vorstellung tief eingebrannt, dass Männlichkeit und sexuelle Potenz untrennbar zusammengehören. Wenn keine Erektion auf natürlichem Weg mehr möglich ist, fühlt sich ein Mann schnell als Versager – er ist halt kein „richtiger“ Mann mehr. Das erzeugt Scham, Verzweiflung, Sprachlosigkeit. Dazu kommt die Angst, den Ansprüchen der Partnerin nicht mehr zu genügen.

Viele Männer finden keinen Ausweg aus dieser Situation. Sie ziehen sich zurück, können nicht über das Problem sprechen und vermeiden alle Zärtlichkeiten, damit ja nicht an diese Wunde gerührt wird. Das belastet die Beziehung schwer, denn die Partnerin wird allein gelassen mit quälenden Frage: Bin ich nicht mehr attraktiv? Hat er eine andere? Was habe ich falsch gemacht? Auch die sozialen Kontakte und die Arbeitsfähigkeit werden durch die Situation beeinträchtigt. Im Extremfall kommen Depressionen dazu. Und der Weg zum Arzt ist für viele Männer eine unüberwindbare Hürde.

Dieses Verhalten ist aus mehreren Gründen tragisch. Zum einen können Erektionsstörungen schon sehr früh und als einziges Symptom auf eine gefährliche Krankheit wie z.B. Diabetes oder Arterienverkalkung hinweisen. Zum anderen müssen Erektionsstörungen niemals das Ende einer befriedigenden Sexualität bedeuten. Wer nichts unternimmt, geht fahrlässig mit seiner Gesundheit um und verzichtet unnötigerweise auf viel Lebensfreude.

Wie kann eine Selbsthilfegruppe einem Mann mit Erektionsstörungen helfen?

Unsere Stärke liegt darin, dass wir selbst Betroffene sind. Das macht die Kontaktaufnahme mit uns leichter als die anderen Schritte, die dringend folgen müssen. Männer, die sich per E-Mail oder Telefon an uns wenden oder in eine lokale Gruppe gehen, machen oft zum ersten Mal die Erfahrung, dass sie sich akzeptiert und verstanden fühlen und erleben das Reden über ihre Probleme als sehr befreiend. Dadurch werden bei vielen Männern das unbedingt notwendige Gespräch mit der Partnerin und der Arztbesuch erst möglich. Darüber hinaus bekommt ein Mann bei uns umfassende und verständliche Informationen über seine Krankheit (Ursachen, Bedeutung des Arztbesuchs, Arztsuche, Therapie-Optionen, Kostenübernahme durch die Krankenkassen). Umgekehrt kann jeder erleben, dass auch seine Erfahrungen und Beiträge wichtig sind.

Zur Person

Günther Steinmetz wurde 1997 nach einer Prostatektomie impotent. Daraufhin gründete er 1998 die erste deutsche Selbsthilfegruppe zum Thema erektile Dysfunktion (ED). Die Öffentlichkeitsarbeit und die umfangreichen Internetseiten der Gruppe haben bewirkt, dass die Gruppe bisher von mehr als 3500 rat- und hilfesuchenden Betroffenen per E-Mail und Telefon kontaktiert wurde. In rund 25% der Fälle wird der Kontakt von Frauen gesucht.

Seit Mitte 2005 ist Günther Steinmetz auch Selbsthilfebeauftragter beim Informationszentrum für Sexualität und Gesundheit e.V. (ISG) in Freiburg. Mit der Unterstützung des ISG und seiner Freunde aus der Selbsthilfegruppe ist es ihm gelungen, neue Selbsthilfegruppen in Berlin, Essen, Köln, Mannheim und Stuttgart zu gründen, weitere Gruppen sind im Entstehen.

Stand: 18. November 2008

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