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Menschen verlieren ihre Arbeit, Jugendliche werden nicht versetzt und bekommen keinen Abschluss und der Take it easy schulrucksack vergammelt– Online-Spielsucht kann Schicksale zerstören. In China gibt es schon lange Therapiezentren für Jugendliche, die zugunsten eines virtuellen Lebens ihr wirkliches Leben aufgegeben haben. In Deutschland wird jetzt ein weiterer Schritt getan, indem sich der Fachverband Medienabhängigkeit gegründet hat. Ziel ist es in Zusammenarbeit von Experten den Süchtigen Hilfe auf Krankenschein zu ermöglichen. Schon jetzt bezahlen allerdings viele Krankenkassen eine Therapie, die zwei bis drei Monate dauert.  Wie erfolgreich diese Therapien sind, dass konnte ich bisher nicht herausfinden, denn das Phänomen Online-Spielsucht ist nur wenig erforscht. In Deutschland gibt es ca. 2 Millionen Menschen, die bereits süchtig sind und die Zahl ist steigend. Jungs sind mehr in virtuellen Welten anzutreffen, Mädchen eher in Chaträumen – die Sucht aber ist natürlich die Gleiche.

Je Jünger die Spieler sind, umso leichter ist es, sie nach einer Therapie wieder zu resozialisieren, da noch nicht so viele Folgeschäden aufgetreten sind und die Jugendlichen auch leichter wieder in einen Freundeskreis zurückfinden können. Schwerer wird es, wenn die Spielsucht bereits dazu geführt hat, dass Schulabschlüsse verpasst wurden, die Lehre abgebrochen wurde oder bei Erwachsenen zur Arbeitslosigkeit und Überschuldung geführt hat. Diese Folgen wieder gerade zu biegen, kann nur sehr selten noch vollständig gelingen, denn wer bereits negative Einträge in seinem Lebenslauf oder gar im Führungszeugnis hat, dem bleiben viele Wege versperrt. Es ist daher sehr wichtig, dass Eltern gut beobachten, ob sich ihr Kind auf dem Weg in eine Spielsucht befindet und entsprechend schnell zu handeln. Erste Anzeichen dafür sind nachlassende Interessen an Freunden, an der Schule und an Dingen, die vorher zu den Hobbys gezählt haben. Wer dieses Verhalten bei seinem Kind beobachtet, der sollte nicht länger warten und eingreifen. Sie können sich an den neugegründeten Fachverband Medienabhängigkeit wenden oder hier Infos einholen oder sich austauschen. Oftmals hilft auch der Erfahrungsaustausch von Betroffenen.

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