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Verletzungen des zentralen Nervensystems,wie etwa des Rückenmarks oder des Sehnervs ist nicht heilbar,da sich dieses Nervengewebe nicht regeneriert.Das sagte zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts der Spanier Santiago Ramon y Cajal,ein Pionier der neurobiologischen Forschung.Das hatte auch jahrelang Bestand,die Betonung liegt auf Bestand,weil es deutschen Wissenschaftlern gelungen sei,nachzuweisen,dass Zellen von Gehirn und Rückenmark sich prinzipiell regenerieren.

Die wurde mit Tierversuchen festgestellt,allerdings ist der Weg vom Tierversuch zur Therapie ein weiter,sodann Blinde wieder sehen können,sich in nächster Zeit sich nicht zu erfüllen scheinen wird.Aber alles braucht ebend seine Zeit,in dem letzten Jahrhundert haben wir auch unheimliche medizinische Fortschritte erzielt,welche vorher auch nicht denkbar waren.

Zu beginn der neunziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts fand ein Forscher heraus,dass es bestimmte Hemmstoffe sind,die durchtrennte Nervenbahnen an der Regeneration hindern.Er blockierte diese Substanzen bei querschnittsgelähmten Ratten mit speziellen Antikörpern und siehe da,es sprossen neue Nervenfasern im Rückenmark oder im Hirnstamm der Tiere.

Regenerierungsversuche mit Querschnittsgelehmten gab es in der Geschichte schon sehr früh.So hatte beispielsweise ein griechischer Arzt die Heilung von Hirnverletzungen beschrieben,natürlich fehlten ihm die technische Mittel und das Wissen die Verletzungen zu heilen.Die eigentliche richtige Forschung begann wohl um das Jahr 1911.

Die Forscher fanden nun zwei Wege,um die Fasern,die die Netzhaut mit dem Hirn verbinden und zu neuem Wachstum anzuregen.Zum einen überbrückten sie die Lücke zwischen den durchtrennten Enden mit einem Stück Ischiasnerv.Zum anderen stimulierten sie die Heilkräfte durch eine weitere Verletzung,zusätzlich zum Durchschneiden des Sehnervs verletzten sie auch noch die Linse des betroffenen Auges. Ohne diese Manipulation blieben die Nervenenden getrennt und die Ratte blieb auf dem Auge blind.Offenbar setzt die verletzte Linse und in den vorausgegangenen Versuchen auch das Stückchen Ischiasnerv,Substanzen frei,die diese Blockade aufheben.Bereits sechs Tage nach der Operation hatten bei den Tieren mit verletzter Linse einige vom Auge kommenden Nervenfasern die Lücke im Sehnerv geschlossen.Nach drei Wochen erreichten sie in drei von sechs operierten Tieren die Stelle,an der sich die beiden Sehnerven kreuzen,dass so genannte optische Chiasma.Nach einem Monat kamen die Fasern in den Regionen des Gehirns an,die für das Sehen zuständig sind.

Sie bewiesen auch,dass Nerven nicht nur wachsen,sondern auch funktionsfähige Verbindungen im Gehirn knüpfen.Es klingt nicht viel,aber zehn bis zwanzig Prozent der Sehkraft liessen sich so wieder herstellen.

Noch ist nicht sicher,welche Substanzen das Nervenwachstum ermöglichen,sicher ist jedoch,es seien mehrere Faktoren und es ist ermutigend zu sehen,dass überhaupt eine Regeneration möglich ist.Wann diese Versuche zu einer Therapie für erblindete Patienten führen könnten,sei noch offen,aber sie können neue Hoffnung schöpfen.

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