In den letzten Monaten entbrannte eine regelrechte Debatte über Sinn und Risiken einer Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV). In den bisherigen klinischen Studien ist eine hohe Wirksamkeit der Impfstoffe gegen die Viren nachgewiesen worden, teilte das Robert Koch Institut am Montag, den 10. August mit.

Demnach entfaltet die Impfung gegen HPV den besten Schutz, wenn junge Frauen geimpft werden, die noch nie mit einem HPV-Typ infiziert waren. Aus diesem Grund ist es unverändert sinnvoll Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren gegen HPV zu impfen. Um den Nutzen der Impfung nicht erheblich abzusenken, sollte die Impfung auf jeden Fall vor Beginn der sexuellen Aktivität erfolgen.

Die STIKO hatte im Frühjahr 2007 eine allgemeine Impfempfehlung für Mädchen zur Vermeidung von Gebärmutterhalskrebs ausgesprochen. Ähnliche Impfempfehlungen gibt es in 18 weiteren europäischen Ländern, den USA, Kanada und Australien. Trotzdem diskutieren Forscher immer wieder über den Sinn der Impfung und das in letzter Zeit recht medienwirksam. Die STIKO wertete nun deshalb mehrere aktuelle Studien aus.

Diesen Daten zufolge wurden bislang weltweit mehr als 47 Millionen Dosen verschiedener Impfstoffe verabreicht. Schwere Impfkomplikationen oder bleibende Impfschäden wurden dabei nicht dokumentiert. Stattdessen bieten die beiden Impfstoffe gegen HPV nach derzeitiger Datenlage eine Sicherheit vergleichbar der seit langem verwendeter Impfstoffe etwa gegen Tetanus oder Diphterie.

Aber einen 100-prozentigen Schutz gegen Gebärmutterhalskrebs bietet die HPV-Impfung leider nicht. Die Erkrankung kann trotz Impfung durch bestimmte HPV-Typen ausgelöst werden. Die dreimalige Impfung wirkt gegen zwei Humane Papillomviren, die die Ursache von 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs sind. In Deutschland erkranken jährlich mehr als 6000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, knapp 1700 sterben daran.

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